Psychologie: Krank ohne Kündigung

Er hatte einen harten Tag hinter sich …
Die Kollegen hatten ihm ein paar Aufträge hinterlassen

Entlassungen schaden den verbliebenen Kollegen: Ihr Infarktrisiko steigt, ergab eine finnische Studie

Die Wissenschaftler hatten nach der finnischen Rezession vor einigen Jahren den Gesundheits- zustand von mehr als 22.000 Angestellten verfolgt. Das Ergebnis: Die Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen meldeten sich nach den Entlassungen wesentlich häufiger krank als zuvor, schreiben die Forscher im „British Medical Journal“. Bei Angestellten mit befristeten Verträgen zeigte sich kein derartiger Effekt.

Bei beiden Gruppen hatte sich jedoch das Herzinfarkt- und Schlaganfall-Risiko in den ersten vier Jahren nach den Entlassungen verfünffacht. Auf den gesamten Untersuchungszeitraum bezogen verdoppelte es sich.

Die Forscher von der Universität Tampere erklären die Effekte mit zwei Faktoren: Erstens steige durch den Personalabbau der Stress für die verbliebenen Kollegen. Eine zweite Ursache sei außerdem die Angst, selbst gekündigt zu werden.

Dass Kollegen mit befristeten Verträgen nicht häufiger krankheitsbedingt zu Hause geblieben seien, liege an ihrer Angst vor einer Kündigung.

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