Fitness extrem: Ego-Knick bei Muskelmännern

0600 Last-Minute-Muskeln
Er fühlte sich wie ein Hungerhaken

Schwaches Ego trotz dicker Muskeln? Forscher warnen vor einer Störung der gesunden Selbstwahrnehmung bei Männern, die oft Eisen pumpen

Von wegen nur Frauen sind mit ihrem Körper unzufrieden und stehen immerfort vor dem Spiegel. Männern geht es genauso, nur umgekehrt. Denn wo Frauen sich meist zu dick finden, möchten die Kerle gerne noch etwas zulegen. Was im schlimmsten Fall zu Muskelsucht führen kann, der sogenannten Bigorexie.

Australische Wissenschaftler fanden heraus, dass diese gestörte Form der Selbstwahrnehmung immer mehr zunimmt, vor allem in Fitnesscentern. Prescilla Choi an der Victoria-Universität in Melbourne verglich 24 Fitnessfreaks mit Bigorexie-Problemen mit 30 Bodybuildern ohne Krankheitssymptome. Die Männer in der ersten Gruppe fühlten sich deutlich unattraktiver und waren viel mehr auf ihr Aussehen fixiert, als die Kerle aus der zweiten Gruppe.

Muskeln nur für die Show
Choi sagte, dass Bigorexie eine negative Konsequenz des Fitness-Trends sei, in dem es nicht um tatsächliche Leistung gehe, sondern nur um das Aussehen. Wie man dieser Störung vorbeugen und sie behandeln könne, sei primäres Ziel ihrer Forschung.

Bigorexie äußert sich bei Männern darin, dass sie sich immer noch wie ein schlappes Hemd fühlen, obwohl sie schon viel Eisen gepumpt haben. Das führt dazu, dass sie noch mehr trainieren und sogar zu Steroiden greifen, um ihren Körper in Form zu bringen.

Im Unterschied zu anderen Körper-Dismorphien finden diese Menschen nicht nur eines ihrer Körperteile besonders unattraktiv, sondern sind mit ihrem gesamten Körper unzufrieden. Sie können nicht akzeptieren, dass Menschen mit unterschiedlichen Anlagen geboren werden und manche trotz eisenhartem Training nie wie Arnold Schwarzenegger aussehen werden.

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