Elektronische Nase riecht Lungenkrebs

Rotwein gegen das Kribbeln in der Nase?
Bei dem Thema bekam er einen Niesreiz

Ein neues Testsystem kann am Atem des Patienten "riechen", ob dieser Lungenkrebs hat.

Die Diagnose für Lungenkrebs könnte bald von einer aufwändigen Lungenspiegelung zu einem simplen Atemtest schrumpfen. Zumindest glauben das Wissenschaftler der Universität in Rom, die eine elektronische Nase entwickelt haben, welche Lungentumore buchstäblich erriechen kann.

Die Forscher um Carrado Di Natale haben eine E-Nase gebaut, die mit einer Reihe von künstlichen Geruchssensoren ausgestattet ist. Diese Sensoren reagieren empfindlich auf die Bestandteile im Atem, die typischerweise bei Lungenkrebspatienten mit ausgeatmet werden.

Wie Menschen mit Leberzirrhose bestimmte spezifische Säuren ausatmen, findest sich bei Lungenkrebspatienten ein Cocktail von sogenannten Alkanen und Benzenmolekülen, auf die die E-Nase geeicht ist.

Vom Krebs die Nase voll
Di Natale überprüfte die Funktion seiner Erfindung an 60 Patienten. 35 von ihnen standen kurz vor einer Lungenoperation, die e-Nase roch alle heraus. Der Forscher ist überzeugt, dass seine "Supernase" in Zukunft routinemäßig zur Untersuchung von Rauchern und anderen Risikogruppen eingesetzt werden kann. Das Prinzip ist allerdings nicht neu: Künstliche Geruchsorgane werden bereits in der Lebensmittelindustrie zur Qualitätssicherung eingesetzt.

Trotzdem sind andere Krebsspezialisten eher skeptisch. Sie meinen, dass der Test nicht aussagekräftig genug sei und womöglich nur bei oberflächlichen Tumoren funktionierte, nicht aber bei solchen tief im Gewebe. Weitere Untersuchungen müssen folgen.

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