Bündnis 90/Die Grünen über Gesundheit: Krebsvorsorge für Männer ein Risiko

Gesundheit Mann
Prostatakrebs: Vorsorge wichtig, aber risikoreich

Seit dem Jahr 2001 gibt es, unterstützt vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, einen Frauengesundheitsbericht. Es ist weithin bekannt, dass Männer aufgrund genetischer Disposition und Lebensumständen in vielerlei Hinsicht gesundheitlich mindestens genauso gefährdet sind wie Frauen

Men’s Health: Wenn Ihre Partei in der nächsten Legislaturperiode an der Regierung beteiligt ist, wird es unter Ihnen endlich auch einen Männergesundheitsbericht geben? Was werden Sie für eine gleichberechtigte Krebsvorsorge für Männer tun?

Bündnis 90/Die Grünen: Wir Grünen setzen uns für Gender-Mainstreaming in der Gesundheitspolitik ein. Ein aktualisierter Frauen- und ein Männergesundheitsbericht sind an der Zeit. Dabei darf Männergesundheit nicht auf urologische Fragen reduziert werden. Aufzuzeigen sind frauen- und männerspezifische Krankheits- und Gesundheitsmuster und Vorschläge zur Veränderung. Männer nehmen Präventions- und Vorsorgeangebote, wie z.B. den Gesundheits-Check, seltener wahr als Frauen. Hier muss eine Bewusstseinsänderung angestoßen werden. Neue Vorsorgeuntersuchungen dürfen nur dann eingeführt werden, wenn ihr Nutzen belegt ist. Vom PSA-Test erhofft man sich, Prostatakrebs frühzeitig zu erkennen. Die wissenschaftlichen Einschätzungen sind jedoch extrem heterogen und der Nutzen wird angezweifelt. Selbst bei einer positiven Bewertung existieren Risiken, z.B. Überdiagnose. Unnötige Operationen können zu Inkontinenz oder Erektionsstörungen führen. Damit jeder eine bewusste Entscheidung für oder gegen eine (Vorsorge)Untersuchung treffen kann, muss sowohl über die Chancen als auch über die Risiken aufgeklärt werden.

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