Penis per Falt-Operation begradigt

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Erstaunt über neue Möglichkeiten, legte sich seine Stirn in Falten

Ein minimal invasiver Eingriff könnte Männern, die unter einer Penisverkrümmung leiden, eine aufwändige Operation ersparen, berichten US-Forscher von ersten Ergebnissen.

Abgesehen von negativen emotionalen Folgen für betroffene Männer, führt ein verkrümmter Penis oft zu schmerzhaften Erektionen und kann die Fähigkeit zum Geschlechtsverkehr stark beeinträchtigen.

Drei Prozent der Männer betroffen
In einigen Fällen ist eine Penisverkrümmung angeboren, in den meisten Fällen – rund 3 Prozent der Männer in Deutschland sind betroffen – handelt es sich um eine einseitige, gutartige Bindegewebswucherung, die sogenannte Induratio penis plastica, auch als Peyronie-Erkrankung bekannt.

Bei der herkömmlichen Operation wird auf der längeren Seite des Penis ein Stück Gewebe heraus geschnitten. In der vorliegenden Studie von Dr. Tom Lue und Dr. Sharam Gholami von der Universität von Kalifornien in San Franzisko wurde ein weniger blutiges Verfahren erprobt.

Linientreu per Faltenwurf
Bei der so genannten 16-fachen Faltungstechnik wird der Penis auf der längeren Seite in Falten gelegt und unter der Haut an 16 Punkten vernäht. Die Mediziner untersuchten die Operationsergebnisse von 132 Männern zwischen 16 und 74 Jahren, die sich diesem neuartigen Eingriff unterzogen. Bei sechs von ihnen war die Verkrümmung des Penis angeboren.

Unmittelbar nach der Operation hatten 63 % der Patienten annehmbare Erektionen, 25 % brauchten zusätzliche Unterstützung durch Viagra und 12 % hatten unzureichende Erektionen.

Doch bereits ein halbes Jahr später waren nahezu alle Männer zufrieden mit dem Ergebnis: "Nach sechs Monaten berichteten 93 % der Patienten über gerade Erektionen und 7 % gaben annähernd gerade aber annehmbare Erektionen zu Protokoll", schreiben die Autoren im Journal of Urology. Wie das mit der Angabe zusammen passt, dass 15 % von einem Wiederauftreten der Verkrümmung berichteten und vier Patienten über eine Verschlechterung ihrer Erektionsstörungen klagten, ist unklar.

Der Schlüssel zum Erfolg: Nahtepaare
Der Schlüssel zum Operationserfolg, so Lue, sei eine Vielzahl von Nahtpaaren, die gemeinsam die Spannung auf die anderen Nähte reduzierten und die Wahrscheinlichkeit reduziere, dass eine Naht reiße.

Der größte Vorteil des neuartigen Eingriffs besteht darin, dass es nicht notwendig ist, Nerven, Blutgefäße oder dei Harnröhre von der Penishülle zu lösen, wie es bei vielen anderen Verfahren zur Begradigung erfolgen muss, was ein höheres Risiko an Folgeschäden wie Taubheit, mangelnde Begradigung und Impotenz birgt.

Die Falt-Methode eigne sich vor allem für junge Männer mit angeborenen Verkrümmungen des Penis und für potente Männer mit unveränderlichen Penisverkrümmungen, so Lue.

Männer, die sich für diese OP interessierten, sollten jedoch darauf hingewiesen werden, dass sich der Penis durch den Eingriff verkürze – diesen Nachteil soll der Eingriff per Wasserskalpell übrigens nicht haben – und dass die Knoten der Nähte unter der Penishaut tastbar bleiben.

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