Hautirritationen am Penis: Latexallergie durch Kondome und ihre Symptome

Wenn Ihr bestes Stück kein Freund von Kondomen ist
Gereizt, geschwollen, gerötet: Nicht nur Latex kann der Übeltäter sein.

Ihr bestes Stück fand den Sex reizend? Wie Sie eine Latexallergie erkennen und Hautirritationen vermeiden können

Eine Latexallergie erkennt man daran, dass man nicht nur unter Juckreiz und Schwellungen am Penis leidet, sondern auch an allergischem Schnupfen bis hin zu akuter Luftnot“, erklärt Prof. Dr. Thomas Fuchs, Allergologe an der Georg-August-Universität Göttingen. Die Übeltäter sind wasserlösliche Proteine. „Durch Schweiß oder Sekrete lösen sie sich beim Geschlechtsverkehr von der Oberfläche des Kondoms“, so der Allergologe. Manche Menschen sind mehr, manche weniger sensibilisiert. Für weniger sensibilisierte haben Hersteller Kondome entwickelt, die gewaschen werden, um die Proteine zu entfernen. Sie nennen sich hypoallergen oder tragen das Label Vytex. Fuchs empfiehlt jedoch: „Weichen Sie lieber auf latexfreie Kunststoffkondome aus Polyurethan aus.“ Nachteil: Diese Kondome sind teurer.

Andere Allergien können ebenfalls Schuld an Hautirritationen sein. „Häufig ist eine Allergie gegen das Betäubungsmittel Benzocain“, sagt der Allergologe. Dieser Wirkstoff befindet sich in aktverlängernden Kondomen, aber auch in Verzögerungscremes und -sprays. „Einige Menschen sind auch gegen Konservierungs- und Duftstoffe in Gleitmitteln und Cremes zur Intimpflege allergisch, zum Beispiel gegen Isothiazolinone“, erklärt Fuchs. In seltenen Fällen sind auch Allergien gegen den Vulkanisationsbeschleuniger, der bei der Herstellung verwendet wird, und gegen Kondome mit Spermizidbeschichtung möglich.

Grund für Hautirritationen und Schwellungen ist oftmals keine Allergie. „Eine Allergie gegen Latexkondome ist eine absolute Seltenheit“, sagt Fuchs. „Hautirritationen und Schwellungen liegen meist an trockenem Geschlechtsverkehr, zu viel Masturbation oder einer vermehrten Reizbarkeit der Haut“, so der Experte. Auch eine Geschlechtskrankheit kann dahinter stecken. Bläschen am Penis beispielsweise weisen häufig auf Genitalherpes hin, der auch beim Oralverkehr durch einen Lippenherpes übertragen werden könne. Mehr Informationen zu sexuell übertragbaren Krankheiten finden Sie hier.

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