Tiefkühlkost: So frieren Sie Lebensmittel richtig ein

Wie friert man Gemüse und Fisch richtig ein?
Unser Sommer-Tipp: Eiswürfel mit Zitronen-Geschmack

Wie lange Sie welches Nahrungsmittel einfrieren können, verraten wir Ihnen hier

Bevor es ans "Eingemachte" bzw. Eingefrorene geht, zunächst einmal ein paar Basics zum Thema "Lebensmittel richtig einfrieren": 

  • Einpacken Tun Sie nichts in die Gefriertruhe, ohne es richtig zu verpacken – sonst droht Gefrierbrand. Dabei trocknet das Tiefgefrorene aus und wird ungenießbar. Am besten sind reißfeste Gefrierbeutel, mindestens 0,05 Millimeter dick. Knochen zusätzlich mit Alufolie abdecken, so vermeiden Sie Risse im Beutel. „Je weniger Luft im Beutel, desto eher bleiben die Nährstoffe erhalten“, erklärt die Reutlinger Autorin Dr. Gabriele Lehari („Vorratshaltung“, Ulmer, um 10 Euro). Top ist ein Vakuumiergerät, das die Luft herauszieht (ab 20 Euro). Alternativ streichen Sie Luft per Hand aus dem Beutel.
  • Einfrieren „Wichtig ist, dass die Lebensmittel möglichst schnell durchfrieren“, sagt Lehari. Nur so behalten sie ihre Frische. Wenn Sie Weiches wie Erdbeeren einfrieren möchten, legen Sie diese zunächst einzeln auf ein Blech in das Gefrierfach und erst nach dem Durchfrieren in den Plastikbeutel. Erhöhen Sie vorher, wenn möglich, die Kühlleistung. Hierfür besitzen viele Geräte eine Superfrost-Taste.
  • Einlagern „Die optimale Temperatur beträgt minus 18 Grad“, sagt die Biologin. So hält sich Tiefkühlkost länger als 1 Jahr. Ausnahme: Fleisch. Das sollten Sie ma-ximal nach 6 Monaten essen. Der Grund: „Das Einfrieren verlangsamt die Zersetzung nur. Fett kann dabei aber oxidieren – es wird ranzig“, so Lehari. Damit die Kälte überall hinkommt, bauen Sie besser keine Stapel. Beschriften Sie die Beutel mit dem Einfrierdatum, damit Sie den Überblick behalten.
  • Auftauen Nicht alles muss vor dem Zubereiten wieder auftauen. Gemüse können Sie direkt aus dem Gefrierfach in den Kochtopf geben. Fisch und Fleisch dagegen langsam im Kühlschrank enteisen. Brot, Kuchen und Milchprodukte können bei Zimmertemperatur auftauen. Wenn es mal wieder schnell gehen muss, können Sie Brot auch im Backofen aufbacken.
  • Aufessen „Mikroorganismen werden durchs Frieren zwar gestoppt, aber nicht getötet“, so Lehari. „Ist es im Gefrierschrank wärmer als minus 12 Grad, können sie sich sogar noch vermehren.“ Sie sollten Getautes also stets ganz durchgaren, um Krankheiten zu vermeiden. Sprich: ein zuvor tiefgefrorenes Steak niemals blutig essen!

Hier erfahren Sie, wie und wie lange Sie Lebensmitteln einfrieren können – sortiert nach Kategorien: 

FLEISCH

Fleisch lässt sich meist gut und unkompliziert einfrieren – © givaga / Shutterstock.com

a) Bratwurst
Gefriereignungbefriedigend
Verarbeitungshinweiserohe Bratwurst vor dem Einfrieren überbrühen, in Portionen verpacken, Folie dazwischenlegen
Lagerdauer in Monaten1-2
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)4-6
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)1
Zubereitungshinweisean- oder aufgetaut zubereiten; eventuell abtrocknen, dann ins heiße Fett legen oder grillen
b) Hackfleisch
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisenur sehr frisch einfrieren; kleine, flache Portionen (max. 500g) abpacken
Lagerdauer in Monaten1-3 (mager); 1 (fett)
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)4-6 (antauen
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)2-3 (antauen)
Zubereitungshinweisesobald wie möglich wie üblich weiterverarbeiten; gut durchbraten, durchgrillen, oder durchkochen
c) Kotlett (Schitzel)
Gefriereignunggut
VerarbeitungshinweiseFolie zwischen die Stücke legen
Lagerdauer in Monaten2-4 (6-8)
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)6-8
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)2-3
Zubereitungshinweiseunaufgetaut oder angetaut wie üblich zubreiten
d) Leber
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisenur püriert geeignet, ganze Leber zerfällt leicht
Lagerdauer in Monaten3
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)1-2
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)1-2
Zubereitungshinweisesobald wie möglich wie üblich weiterverarbeiten zu Fleischteig, Klößen
e) Hähnchen
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweiseausnehmen, küchenfertig dressieren; Innereien extra verpacken und beilegen
Lagerdauer in Monaten8-10
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)8-12
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)vermeiden
Zubereitungshinweiseohne Verpackung abgedeckt auftauen lassen, Auftauflüssigkeit nicht verwenden! Salmonellengefahr! Wie üblich zubereiten

FISCH & MEERESFRÜCHTE

Zumeist bekommt man Fisch schon tiefgekühlt. Er darf zum Teil bis zu einem Jahr in der Truhe überwintern – © givaga / Shutterstock.com 

a) Seefisch mager
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisebereits tiefgekühlt
Lagerdauer in Monaten9-12 (Fettfisch 3-6)
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)12-14
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)2-3/kg
Zubereitungshinweiseaufgetaut wie üblich weiterverarbeiten
b) Schalentiere
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweiseroh aus der Schale lösen, mit Zitronesaft und Mineralwasser einfrieren oder gegart aus der Schale lösen und verpacken
Lagerdauer in Monaten2-3
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)-
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)-
Zubereitungshinweiseantauen, wie üblich zubereiten und servieren
c) Garnelen und Krabben
Gefriereignunggut
VerarbeitungshinweiseGarnelen und Krabben sind roh und gegart sehr empfindlich; roh mit Schale oder gegarte Garnelen und Krabben schnell verpacken und einfrieren. Gegebenenfalls mit Wasser zum Block gefrieren oder glacieren
Lagerdauer in Monaten2-3
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)6-9
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)2-3
Zubereitungshinweisezum Sofortverzehr: unaufgetaut 3 bis 5 Minuten in siedendem Wasser ziehen lassen; gegarte Garnelen unaufgetaut in die fertige heiße Soße legen; große Garnelen unaufgetaut grillen; für Cocktails: auftauen lassen

BROT

Brot lässt sich im Allgemein gut einfrieren und hinterher wieder aufbacken. 

a) Brot (Misch-Roggen-, Weiß)
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweiseam Stück oder in Scheiben portionieren, verpacken
Lagerdauer in Monaten1-3
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)2-3
Backofentemperatur (Ober-/Unterhitze)170-190°C
ZubereitungshinweiseBrot am Stück 15-30 Minuten aufbacken; Scheiben im Toaster aufbacken oder rösten
b) Brötchen
Gefriereignungbefriedigend
Verarbeitungshinweiseso frisch wie möglich verpacken und einfrieren (Qualitätsverlust durch Abbröckeln der Kruste möglich)
Lagerdauer in Monaten1-3
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)-
Backofentemperatur (Ober-/Unterhitze)175°C
Zubereitungshinweisebei Raumtemperatur, im Mikrowellengerät, größere Mengen im Backofen auftauen

GEMÜSE

Manches Gemüse lässt sich problemlos einfrieren. Salat gehört nicht dazu – © Givaga / Shutterstock.com

a) Möhren
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisein Scheiben oder Stifte schneiden
Blanchierzeit in Minuten)
Lagerdauer in Monaten10-12
Zubereitungshinweiseunaufgetaut garen
b) Sauerkraut (gekocht)
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisein Portionen verpacken
Blanchierzeit in Minuten)-
Lagerdauer in Monaten8-10
Zubereitungshinweiseunaufgetaut garen
c) Rosenkohl
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweise-
Blanchierzeit in Minuten)
Lagerdauer in Monaten8-10
Zubereitungshinweiseunaufgetaut garen
d) Blumenkohl
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisemit Ascorbinsäure oder Zitronensäurezusatz blanchieren
Blanchierzeit in Minuten)4
Lagerdauer in Monaten8-10
Zubereitungshinweiseunaufgetaut garen
e) Salate
Gefriereignungnicht geeignet
Verarbeitungshinweisefällt zusammen
Blanchierzeit in Minuten)-
Lagerdauer in Monaten-
Zubereitungshinweise-

Tiefgefrorenes Obst und Gemüse ist im Gegensatz zur Dosenware der Rohkost ziemlich nahe – im Vergleich zu lange gelagerter frischer Ware kann es sogar wertvoller sein. Dennoch hat es einen entscheidenden Nachteil: "Beim Einfrieren platzen die Zellen auf, und beim Auftauen treten wertvolle Inhaltsstoffe aus", so der Lebensmittelchemiker Dr. Lutz Lautenbacher aus München.

Die Flüssigkeit nicht wegschütten: "Bei aufgetautem Obst und Gemüse unbedingt den Saft verwenden, er enthält wichtige Vitamine und Mineralien."

Auftauen in Kühschrank, Mikrowelle oder Topf: Beim Auftauen werden häufig Fehler gemacht, die einen Teil des Inhalts kosten. Eine beliebte Praxis, bei der sich vor allem Vitamine buchstäblich in Luft auflösen, ist das lange Stehenlassen der Tiefkühlkost bei Zimmertemperatur. Das ist praktisch, energiesparend – aber gefährlich. Ein Lebensmittel taut nämlich nie gleichmäßig auf, einige Stellen werden schneller warm als andere. "In den rasch aufgetauten Bereichen, wo es über viele Stunden feucht und warm ist, herrschen ideale Bedingungen für das Wachstum von Keimen", so Lautenbacher.

Besser: Auftauen im Kühlschrank oder in der Mikrowelle. Ideal: Das Gefrorene sofort in der Pfanne, im Topf oder Dünsteinsatz zubereiten.

KÄSE, BUTTER & EIER

Zu viel Butter gekauft? Kein Problem, ab ins Eisfach. Gekochte Eier allerdings sollten Sie aufessen. 

a) Hart- und Schnittkäse
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisein Block verpacken; Hartkäse kann auch gerieben eingefroren werden
Lagerdauer in Monaten2-4
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)6
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)3
Zubereitungshinweisewie üblich; in der Verpackung auftauen
b) Butter
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweisezusätzlich in Folie verpacken
Lagerdauer in Monaten6-8
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)8-10
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)3-4
Zubereitungshinweisewie üblich
c) Eier (roh als Eimasse)
Gefriereignunggut
Verarbeitungshinweiseauf 100g Eimasse 2g Salz oder 5g Zucker zugeben; verrühren, nicht schlagen
Lagerdauer in Monaten8-10
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)-
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)15-20
Zubereitungshinweisefür Rühreier, Gebäcke, Teige, Pfannkuchen
d) Eier (gekocht)
Gefriereignungnicht geeignet
VerarbeitungshinweiseEiweiß wird glasig
Lagerdauer in Monaten-
Auftauzeit in Stunden (Kühlgerät +1°C bis +5°C)-
Auftauzeit in Stunden (Raumtemperatur +20°C)-
Zubereitungshinweise-

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