Filmtipp "The Grey – Unter Wölfen": Liam Neeson heult mit den Wölfen

Trailer zum Film
Trailer zum Film "The Grey – Unter Wölfen"

Im Überlebensthriller "The Grey" tritt Liam Neeson zum Kampf Mensch gegen Wildnis an. Mit im Ring: ein Rudel Wölfe und 2 Stunden garantierte Hochspannung

Wenn sich beinharte Kerle im Kino mit Mutter Natur anlegen, haben selbst die gestandensten Männer das Nachsehen. Wie etwa in Sean Penns Abenteuerdrama Into The Wild (2007). Dort bezahlt ein junger Naturbursche seinen Selbstfindungstrip in Alaska mit dem Leben. Im Überlebensdrama 127 Hours (2010) muss sich James Franco als Extremsportler Aron Ralston einen Arm amputieren, um aus einer Felsspalte zu entkommen. In dieser Tradition "Mensch gegen Wildnis" schlägt sich Liam Neeson in The Grey – Unter Wölfen mit einem Haufen harter Kerle durch die unerbittliche Wildnis von Alaska. Ihre Gegner: Kälte, Hunger und ein Rudel wilder Wölfe, das Jagd auf die Eindringlinge macht. Auch wenn The Grey als Survival-Thriller gewissen Genre-typischen Mustern folgt, kann der sehr atmosphärisch inszenierte Höllentrip immer wieder überraschen. Größter Pluspunkt: Der Überlebenskampf der hartgesottenen Naturburschen ist spannend bis zur letzten Sekunde.

In
John (Liam Neeson) muss sich nach einem Flugzeugabsturz mit den Überlebenden durch die unerbittliche Wildnis von Alaska schlagen

Darum geht’s: John Ottway (Liam Neeson) erwartet vom Leben nichts mehr. Als Einzelgänger mit Gewehr schützt er auf einer Ölbohrstation in Alaska Arbeiter vor wilden Wölfen. Auf dem Rückweg von seinem Job stürzt allerdings das Flugzeug mitten im Nirgendwo ab. Gemeinsam mit den wenigen Überlebenden muss sich John nicht nur Temperaturen von minus 30 Grad stellen, sondern auch einem Rudel wilder Wölfe, denn die Absturzstelle liegt mitten in ihrem Jagdrevier. Der Außenseiter, der schon mit seinem Leben abgeschlossen hat, kämpft jetzt ums Überleben.

Größte Gefahr für die Überlebenden: ein Rudel wilder Wölfe, denn die Absturzstelle liegt mitten in deren Jagdrevier
Größte Gefahr für die Überlebenden: ein Rudel wilder Wölfe, denn die Absturzstelle liegt mitten in deren Jagdrevier

Liam Neeson als Draufgänger vom Dienst
Action-Regisseur Joe Carnahan (Das A-Team) schafft es, seine Zuschauer 2 Stunden lang an den Rändern ihrer Kinosessel zu halten – so packend ist der Film. Und das trotz des relativ bekannten Schemas des Überlebensdramas: Die Ausgangslage ist quasi chancenlos, Hoffnung auf Rettung gleich null, die Stimmung unter den egoistischen Raubeinen von Machtkämpfen und Angst bestimmt. Dennoch verzichtet Carnahan auf typische Klischees des Genres. Vergangenheit und Charaktereigenschaften der Überlebenden bleiben vage oder werden weggelassen. Auch für emotionale Schnacks am Lagerfeuer bleibt in der lebensbedrohlichen Stresssituation keine Zeit. The Grey – Unter Wölfen ist vor allem beklemmend – vom klaustrophobischen Flugzeugabsturz bis zum Kampf Mensch gegen Wolf. Die Kameraführung ist ruhig, ohne schnelle Schnitte. Stattdessen setzt Regisseur Carnahan auf eine gruselige Soundkulisse und natürlich auf das Talent seiner Schauspieler. Insbesondere Liam Neeson, der sich in den letzten Jahren vom Charakterschauspieler zum Draufgänger vom Dienst gewandelt hat, macht als gebrochener Held und widerwillige Vaterfigur der verzweifelten Ölbohrarbeiter eine super Figur.

Fazit:The Grey ist ein nervenzerreißender Survival-Thriller ohne Schwächen oder Durchhänger. Wie der ausgeht? Dafür sollten Sie unbedingt bis nach dem Abspann im Kino bleiben.

The Grey – Unter Wölfen (USA 2012)
Regie: Joe Carnahan
Drehbuch: Joe Carnahan, Ian Mackenzie Jeffers    
Darsteller: Liam Neeson, Dermot Mulroney, Frank Grillo
Länge: 117 Minuten
Start: 12. April 2012

Seite 30 von 68

Sponsored SectionAnzeige