Ewige Fragen: Wie würden Sie Liebe definieren?

Herzrasen = Liebe?

Jürgen Domian: Die Essenz der Liebe ist unbedingte Loyalität.

Lilo Wanders: Verliebtheit ist eine Form der geistigen Umnachtung. Der Serotoninwert im Hirn sinkt 40 Prozent unter normal, das Erregungsniveau ist erhöht, Appetit und Schlafbedürfnis gehen gegen null, die Wahrnehmung ist gestört. Nach einem halben Jahr etwa ist alles wieder in Ordnung – entweder ist die Verliebtheit vorbei oder sie hat sich in Liebe verwandelt. Was Liebe ist, definiert sich aus den Lebensgeschichten der Partner.

Erika Berger: Liebe ist ein starkes Gefühl, das zwei Menschen glücklich macht – vorausgesetzt, man bekommt das zurück, was man gibt: die Liebe.

Lou Paget: Die echte Liebe ist die romantische Liebe. Der Wunsch, immer zusammen zu sein, sich gegenseitig glücklich zu machen und das Gleiche auch vom Partner zu spüren. Rücksicht und Vertrauen sind die Pfeiler der großen Liebe.

Men's Health: Wenn es um die wirklich große und einzigartige Liebe geht, dann ist sie ein Bündnis zwischen Gleichen, Ebenbürtigen, Seelenverwandten. Die Experten irren nicht: Wer mit einem anderen Menschen ein Leben lang wirklich glücklich sein möchte, muss dem anderen gegenüber vor allem loyal sein.

Darüber hinaus muss das Verhältnis von Geben und Nehmen ausgewogen sein. Opferlamm zu spielen ist etwas für Dornenvögel, nicht für echte Männer. Loyalität gepaart mit Leidenschaft und Hingabe ist die perfekte Liebesmischung.

Der Philosoph Immanuel Kant hat für diese Symbiose aus Ratio und Emotion einen Ausdruck geprägt: Vernunftgefühl. Das klingt vielleicht widersprüchlich, ist aber der einzige Weg, einander mit 18 toll zu finden und, wie Philemon und Baucis, das älteste Liebespaar der Weltliteratur, auch noch mit 80 Händchen haltend in der Sonne zu sitzen.

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