Numan Acar: Selbst ist der Mann

Making Of Best Fashion 2015 mit Schauspieler Numan Acar
Numan Acar spielt in "Ali & Nino" den geistlichen Berater Seyid

Deutschlands bester Bösewicht ist ein Multitalent. Sein Schicksal nimmt der Deutschtürke Numan Acar selbst in die Hand

Es gibt Zufälle, die lassen einen an die Macht des Schicksals glauben. Beispiel: Für ein Modeshooting wollten wir unbedingt nach Aserbaidschan reisen. Dort sollte unser Editorial vor einer atemberaubenden Kulisse in Szene gesetzt werden – in Xinaliq, einem abgelegenen Bergdorf im Kaukasus, das Fremden erst vor kurzer Zeit durch eine nur teilweise asphaltierte Straße zugänglich gemacht wurde. Als Idealbesetzung für unseren modischen Eremiten ist sofort ein Name im Gespräch: Numan Acar (hier fotografiert von Ralph Mecke), der international durch die US-Serie "Homeland" bekannt geworden ist. Der türkisch-deutsche Schauspieler, Produzent und Drehbuchautor ist von unserem Projekt begeistert, muss aber leider schon wenige Tage später zu den mehrwöchigen Dreharbeiten seines nächsten Films abreisen. Enttäuschung macht sich breit, bis wir erfahren, wo die Dreharbeiten stattfinden werden: in Aserbaidschan. Genau in dem kleinen Dorf, das wir uns für das Shooting auserkoren haben. Kismet.
Die Hauptstadt Baku erweist sich als erstaunliche Metropole: ­Hypermoderne Kulturmuseen reihen sich an liebevoll restaurierte oder nach historischen Vorbildern erbaute Straßenzüge, Luxusboutiquen an Krämerläden. In diesem Land, in dem Alt und Neu, Arm und Reich in extremer Form neben­einander existieren, wirkt alles wie eine fantastische Filmkulisse.
Wir treffen Acar auf 2350 Höhenmetern wieder, am Set für den international produzierten Kinofilm "Ali & Nino". Der historische Film handelt von der Liebe eines muslimischen Aserbaidschaners und einer georgischen Christin zu Beginn des 20. Jahrhunderts. So ist es nicht verwunderlich, dass der 40-Jährige mit Vollbart und in traditioneller Kleidung auftaucht – mit Turban und Salwar Kameez, einem muslimischen Gewand. Wer ihn so sieht, denkt sofort an Haissam Haqqani, den pakistanischen Terroristen, den Acar in der Serie "Homeland" verkörpert. Seine Rolle in der prämierten US-Serie brachte ihm die Aufmerksamkeit, die dem Schauspieler hierzulande bisher verwehrt wurde. "In Deutschland werden meist die üblichen Verdächtigen besetzt", sagt Acar.
Seine Passion hat der Schauspieler über Umwege gefunden. So war eine Karriere als Profifußballer zum Greifen nah, bis er erkannte, dass ihm dafür die Leidenschaft fehlte. Es folgten eine Ausbildung zum Maurer und ein Studium als Bau­ingenieur. Acar arbeitete für Baukonzerne, bevor er auf dem Weg zu einer Baustelle kurzerhand in einem Amateurtheater anhielt und spontan für eine Rolle einsprang, die gerade erst frei geworden war.
Acars Motto lautet: "Stillstand ist der Tod." Deshalb ist er immer in Bewegung. Im April dieses Jahres kam sein Film "Vergrabene Stimmen" in die deutschen Kinos – Acar schrieb das Drehbuch, übernahm die Produktion, führte Regie und spielte die Hauptrolle. Außerdem hat er die Rechte an dem deutschen Klassiker "Der kleine Muck" erworben, schreibt am Skript für die Multikulti-Komödie "Weihnachten unterm Halbmond" und dreht derzeit in China mit dem Regisseur Zhang Yimou ("Hero", "House of Flying Daggers"). "Ich muss vielseitig arbeiten. Das gibt mir Kraft", sagt er. Energie hat dieser Mann reichlich. Genug jedenfalls, um nach dem Shooting mit unserem Team noch eine Runde Fußball in den kaukasischen Bergen zu spielen.

Making Of Best Fashion 2015 : Das Hyatt Regency in Baku
Das Hyatt Regency Baku empfing das ganze Team in der Hauptstadt

Dank an das Hyatt Regency Baku

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