Gesundheit: Manager leben gesund

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Bei seinem Führungsstil bekam er keine Magengeschwüre

Manager leben gesünder als die übrige Bevölkerung, behaupten Karsruher Forscher. Aber Probleme schleppen sie trotzdem mit sich rum

Das Bild vom überlasteten Manager, der jeden Moment einen Infarkt kriegen kann, stimmt nicht mehr. Zumindest, wenn man einer Studie des Karlsruher Instituts für Arbeits- und Sozialhygiene glauben darf.

Die Sozialmediziner untersuchten 930 deutsche Manager zwischen 20 und 82 Jahren auf ihren Gesundheitszustand und ihr Verhalten. Dabei fanden sie heraus, dass die Führungselite topfit sei: Sie entsprechen dem durchschnittlichen Normalgewicht, nur ein Zehntel hat behandlungsbedürftiges Übergewicht ( in der Bevölkerung 20 Prozent). Und Rauchen ist auch kein Thema mehr: Nur 11,5 Prozent der männlichen Manager teeren sich ihre Lungen im Gegensatz zu 35,6 Prozent bei allen Bundesbürgern.

Gut gegessen aber schlecht bewegt
Sogar die Ess- und Trinkgewohnheiten der Manager haben sich im Laufe der Zeit geändert, so Studienleiter Wolfram Ritter: Beim Geschäftsessen werde fast nichts mehr getrunken. Deshalb verwundert es nicht, dass der Cholesterinspiegel der untersuchten Gruppe deutlich unter dem der Gesamtbevölkerung liegt. Die Studie ergab, dass vor allem das Herz-Kreislauf-System der Untersuchten gut in Schuss ist.

Aber auch in den Chefetagen ist nicht alles Gold was glänzt: Die Forscher beurteilten die Manager nämlich als bewegungsfaul. Auch deren Psyche hat mit einigen Problemen zu kämpfen, so Ritter: Schlafstörungen, Müdigkeit und Nervosität lassen das gute medizinische Urteil in einem anderen Licht erscheinen. Die "Managerkrankheit" gibt es also immer noch, nur dass sie sich nicht gleich auf den Körper niederschlägt.

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