Krankhaftes Schwitzen: Manchmal sind die Gene schuld

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Auch Cremesticks können helfen

Den Geruch zu bekämpfen, reicht bei starkem Schwitzen oft nicht aus

Bei krankhaftem Schwitzen reicht es je­doch nicht, nur den Geruch zu bekämpfen. Ob tatsächlich eine so genannte Hyperhidrose vorliegt, kann der Hautarzt mit einem Test ermitteln, indem er den Schweiß eine Minute lang von einem Löschblatt aufsaugen lässt und danach die Menge durch Wiegenbestimmt. „Weil aber der Unterschied zwischen dem normalen und dem krankhaften Schwitzen nicht in der Men­ge der abgegebenen Feuchtigkeit besteht, sondern in der Dynamik der Schweißentwicklung, haben wir am Deutschen Hyperhidrosezentrum ei­nen genaueren Test entwickelt“, erklärt Schick.

Man klebt eine kleine Kunststoffkammer, die von Gas durchströmt wird, auf die Haut. Die abgegebene Feuchtigkeit wird dann vom Gasstrom mitgerissen und kann gemessen werden. Bei Gesunden ver­läuft die Schwitzkurve bis zum Maximum linear, das bedeutet: Wenn man sich ein bisschen mehr anstrengt oder auch aufregt, dann schwitzt man auch entsprechend mehr. Bei den Menschen aber, die unter Hyperhidrose leiden, verläuft die Kurve exponentiell – die betroffene Haut­ schwit­zt schon bei kleinsten Anlässen extrem stark. „Die Schweißdrüsen selbst sind nicht anders gebaut als bei Gesunden auch, sie werden jedoch vom autonomen Nervensystem anders angesteuert“, erklärt der Mediziner.

In zwei Dritteln der Fälle genetisch
Das kann den gesamten Körper betreffen (generalisierte Hyperhidrose) oder sich auf Kopf, Hände, Füße oder Achseln beschränken. Isoliertes Schwitzen in an­de­ren Zonen ist selten. Besonders hinter der generalisierten Form können auch Krankheiten wie Hor­mon­stö­rungen oder Ne­ben­wirkungen von Medikamenten stecken. Bei der primären Hyperhidrose ist diese Fehlsteuerung in zwei Dritteln der Fälle genetisch bedingt, bei dem Rest kennt man die Ursache nicht.

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