Joints gegen Schmerzen: Marihuana als Medikament

Cannabis wird schmerzlindernde Eigenschaften zugesprochen
Unter Betroffenen gilt Marihuana als Schmerzmittel

Marihuana hat sich als effektives Naturheilmittel entpuppt. In Deutschland ist Marihuana aber erst seit Februar 2009 erstmals für Testpatienten in Apotheken legal erhältlich

Cannabis enthält mehr als 400 pharmakologisch interessante Stoffe. Psychoaktiv wirkt besonders Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC), das in den USA als "Marinol" zugelassen ist. In Einzelfällen kann es auch bei uns verschrieben werden. Derzeit wird Marihuana im Einsatz gegen verschiedene Krankheiten weltweit getestet.

Grüner Star: In den USA dürfen die Ärzte erhöhten Augeninnendruck mit THC-Tabletten behandeln, wenn andere Mittel versagen. Im Durchschnitt sinkt dadurch der Druck im Augapfel um 25 bis 30 Prozent, was letztlich Schäden am Sehnerv verhindern kann.

Schmerzen und MS: Im alten China wurden die Menschen vor Operationen mit Cannabis betäubt. Jetzt entdeckten US-Wissenschaftler bei Tieren ein körpereigenes Schmerzmittel, das den Cannabinoiden sehr ähnlich ist. Ärzte haben herausgefunden: Marihuana oder THC-Pillen wirken nach ersten Berichten bei MS (Multipler Sklerose), bei chronischen und Tumor-Schmerzen.

Aids und Krebs: Wer an Krebs oder an Aids leidet, bekommt häufig keinen Bissen mehr herunter, magert stark ab, wird extrem schwach. Da Cannabis appetitanregend wirkt, rauchen Patienten gelegentlich einen Joint, um der gefährlichen Appetitlosigkeit zu entkommen. Während der Chemotherapie kann Cannabis Krebskranken helfen: Es mildert die Nebenwirkungen, beispielsweise Übelkeit und Erbrechen. Tierversuche ergaben jetzt sogar, dass Marihuana kaum behandelbare Hirntumore abtöten kann.

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