Silikon-Belly

Muskulatur freilegen

Maßanfertigung.

„Aus deutscher Produktion, das Beste der Welt“, sagt Dr. Dmytrzak und hält ein Skalpell in die Luft, das aussieht wie ein winziges Verkehrsschild. Mit dem skurrilen Messer öffnet der Operations-Virtuose sowohl die Bauchdecke als auch die Faszie, die bindegewebige Hülle der Muskulatur. Nun schneidet er einen Kreis um den Bauchnabel, der als kleine Hautinsel auf der Muskelschicht stehen bleibt.

Damit Dmytrzak beim Öffnen der Faszie nicht versehentlich in den Muskel schneidet, injiziert er reichlich Kochsalzlösung unter die Hülle, so dass sie aufgebläht ist. Etwas Adrenalin ist auch in der Flüssigkeit enthalten, um Blutungen zu vermeiden. Das Adrenalin sorgt für eine Kontraktion der Gefäße.

Implantate einsetzen

Im Laufe der Operation stellt sich heraus, dass das sechste Silikon-Implantat breiter ist als die Faszien-Tasche, in die es passen soll. Kann passieren, denn rechte und linke Hälfte der Bauchmuskulatur sind – wie viele Kraftsportler selbst feststellen – nicht immer spiegelbildlich identisch. Kein Problem, Schwester Judyta schneidet einen Zentimeter ab und schwenkt den Silikonriegel danach in bräunlicher Desinfektionsflüssigkeit. Nun passt er.

Als endlich alle acht Implantate ihren Platz gefunden haben, senken die Chirurgen die Bauchdecke ab, und Dr. Andrzej Dmytrzak streicht stolz über den Waschbrettbauch. Zum Schluss entfernt er einige Bröckchen unregelmäßig verteilten Fettgewebes, die von früheren Liposuktionen übrig geblieben sind.

„Was denken Sie, wie ein Chirurg staunen würde, falls Bahr wegen einer Blinddarm-Entzündung ins Krankenhaus käme?“, fragt Dmytrzak in die Runde. Sicher kein alltäglicher Anblick, ein Eightpack aus Silikon. Für die Blinddarm-Operation aber kein Problem. „Er müsste seitlich an den Implantaten vorbei in die Bauchhöhle dringen“, so Dmytrzak.

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