Segler Alex Thomson: Mast-Lauf in James-Bond-Manier

Am 31. Dezember legt Alex Thomson zum Barcelona World Race ab. Wir zeigen seine Survival-Strategie – und seinen spektakulären Mast-Lauf im Video

Am 31. Dezember legt Alex Thomson zum Barcelona World Race ab. Wir zeigen seine Survival-Strategie – und den spektakulären Mast-Lauf im Video

„Mehr als 4000 Menschen haben den Mount Everest bestiegen. Im Weltraum waren knapp 600. Doch weniger als 100 sind alleine und nonstop um die Welt gesegelt. Das ist Durchhaltevermögen: ein Mann gegen die Elemente.”

Steckbrief: Alex Thomson
Alter: 40 / Größe: 1,80 Meter / Gewicht: 84 Kilogramm
Größte Erfolge: jüngster Sieger einer Um-die-Welt-Regatta 1999; 2. Platz beim Barcelona World Race 2008 (gemeinsam mit seinem „Hugo Boss“-Teampartner Andrew Cape), 3. Platz bei der Vendée Globe im Jahr 2013
Mehr Infos:www.alexthomsonracing.com

„Ein Schinken-Snack als Psycho-Challenge”
„Während des Rennens gibt es vor allem gefriergetrocknete Gerichte, die ich mit Wasser aufgieße, etwa Chicken-Curry. Und als Snack nehme ich immer ein Stück Jamón ibérico mit an Bord. Davon genieße ich jeden Tag 50 bis 60 Gramm. Dann versuche ich, diesen geschmacklichen Höhepunkt möglichst lange rauszuzögern. So fordere ich mich einerseits und belohne mich andererseits – und der Schinken schmeckt noch etwas besser als ohnehin.”

„Um beweglich zu sein, gehe ich auf die Rolle”

„Ich muss an Bord meiner Yacht, der ,Hugo Boss‘, in gebückter Haltung 90-Kilo-Segel wuchten – das belastet den Rücken. Bestes Gegenmittel: eine Schaumstoffrolle, auf der ich meinen oberen Rücken regelmäßig auflockere.”

„Motivation von innen”
„Ich bin jederzeit motiviert – auch wenn manche Situation das Gegenteil vermuten lässt. Manchmal muss ich nachts die Segel wechseln und dafür den Mast hochklettern. Unter Umständen stürmt und regnet es nebenbei gewaltig. Doch gibt es eine Alternative? Nein! Vor allem dann nicht, wenn man der Beste sein will.”

„3 Wochen ohne Power mitten in der Antarktis”

„Dass ich die Vendée Globe 2013 erfolgreich beenden konnte, ist kaum zu glauben. Denn auf dieser Einhandregatta rund um die Welt verlor mein Boot einen wichtigen Antrieb: den Hydro-Generator,
einen Propeller, der Strom erzeugt. So hatte ich plötzlich mitten in der Antarktis zu wenig Power und musste mich deshalb 3 Wochen lang extrem einschränken: kein Licht, kein Computer oder andere technische Geräte. Mit dem Pro-blem konnte ich mich erst später befassen. Dazu schnitt ich dann Teile aus dem Boot und reparierte damit den Hydro-Generator. Den Erfolg verdanke ich vor allem den Technikern zu Hause, die mich per Telefon toll instruiert haben.”

„Glücksgefühle können mich mein Leben kosten”
„Ich bin sehr emotional. Wenn ich 20 Meilen problemlos hinter mir gelassen habe, feiere ich innerlich den Erfolg. Doch das macht mich verwundbar. Dann laufe ich Gefahr, den Fokus zu verlieren. Im besten Falle bedeutet es, dass man nicht mehr konkurrenzfähig segelt –
im schlechtesten Fall, dass man sein Leben verliert. Über genau die
Situationen rede ich mit meinem Sportpsychologen. Seine Methode: das positive Gefühl mit einem negativen verbinden. Ich stelle mir vor, wie sich das Worst-Case-Szenario anfühlt. Das zu visualisieren, ist
reine Übungssache – und ein wichtiger Bestandteil meines Trainings.”

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