Wampe-weg-Team: „Heiler Rücken, gesunde Knie: Ich stehe auf Krafttraining!“

Rad-iator Matthias gönnt seinem Mountainbike am Gipfel zusätzliche Höhenmeter
Matthias hat in 3 Monaten 10 Kilo verloren

Matthias hat in 3 Monaten 10 Kilo verloren. Und die will er jetzt durch Muskeln ersetzen. Hier ist sein Zwischenbericht

Leute, ich bin an den 90 Kilo dran! Ich kann’s noch gar nicht glauben. Fast 10 Kilo habe ich die letzten Monate abgeworfen. Ihr hättet mich mal vor einem Dreivierteljahr sehen sollen – damals hatte ich knapp 20 Kilo mehr drauf. Das alles funktioniert, obwohl wir überhaupt kein Abnehmprogramm machen. Das sagt zumindest unser Coach Sascha. Er drückt das so aus: Wir sollen an Fitness zulegen, nicht an Gewicht verlieren. Viel Ausdauersport gehört dazu, auch die Ernährungsumstellung zählt, gar keine Frage. Aber es ist eben auch wichtig, gezielt Muskulatur aufzubauen.

Ich finde das auch einleuchtend – wer will schon fettfrei, aber schlaff rumlaufen? Und so machen wir jede Menge Mucki-Training in der Woche, neben all dem Ausdauer-Zeugs. Ich trainiere mehr als zehn Stunden die Woche, ein Hauch von Freizeitstress legt sich über meine Abende. Glücklicherweise ist meine Freundin Nicole so nett und trainiert mit mir oder sorgt für das Essen, damit ich nachher nicht vom Fleisch falle – wer hätte gedacht, dass ich mir darüber mal Gedanken machen würde. Aber zurück zum Krafttraining: Das bringt’s wirklich. So langsam bauen sich hier und da Muskeln auf und geben mir bei vielen Dingen einfach mehr Halt. Es schmerzt nicht gleich das Knie oder sonst etwas. Mir persönlich gefallen diese Core-Übungen am besten, also die Bewegungen, die immer gezielt auf Rumpf und Körpermitte gehen. Schon nach wenigen Wochen hab ich gemerkt, wie meine Haltung beim Sitzen, aber auch beim Gehen oder Laufen sich verbessert hat. Tätigkeiten, bei denen ich den Rücken länger ungünstig belasten muss (in meinem Garten baue ich gerade eine Steinmauer), machen mir kaum Probleme – das war vor Kurzem noch anders. Echt super. Leute, trainiert Euren Rumpf!

Aber natürlich sind solche speziellen Kraftübungen nicht ganz ohne. Sascha macht uns regelmäßig völlig fertig. Eine halbe Stunde Übungszirkel, und ich weiß nicht mehr, wo mir der Kopf steht. Und auch die Muskelkatze an den Tagen danach ist regelmäßig absolut brutal, die will gar nicht mehr weggehen. Ich glaube fast, ich kann schon gar nicht mehr ohne sie. Wahrscheinlich brauche die kleinen, gerissenen Muskelfasern, um mir einreden zu können, dass sie gerade wieder wachsen.

Rad-iator Matthias gönnt seinem Mountainbike am Gipfel zusätzliche Höhenmeter
Rad-iator Matthias gönnt seinem Mountainbike am Gipfel zusätzliche Höhenmeter

Ganz großer Sport ist übrigens das Training mit meinem neuen Lieblingssportgerät, dem Schlingen-System. Die schmalen Spanngurte mit Griffen haben es echt in sich. Man kann sie überall einsetzen, zu Hause oder auf Reisen (der Beutel wiegt nur rund ein Kilo und ist schnell verstaut), draußen am Baum oder drinnen an Decke, Balken, Tür – einfach überall. Das hat Sascha reichlich ausgenutzt: Mal ist er mit uns in den Wald gegangen, mal haben wir die Dinger im Stadion aufgehängt, mal zu Hause. Ich muss sagen: Respekt, was einem dieses unscheinbare Sportgerät abverlangt. Dabei gehe ich auch sonst schon an meine Grenzen. Es gibt jedenfalls kein Fleckchen Körper, den dieses Ding nicht erreicht. Und so fühle ich mich nach meinem Training auch: Mal hab ich das Gefühl, mir platzen im Anschluss die Oberschenkel, mal denke ich, mir fallen die Arme ab. Aber wer weiß, vielleicht bin ich auch nur zu weich für diese Welt. Sicher spielt auch die Tagesform eine große Rolle. Wenn man einen Abend etwas länger gefeiert und weniger Schlaf gekriegt hat, kann man bei einem nachfolgenden Training auch mal etwas durchhängen, meint Sascha. Und wer kann das besser wissen als er? Wichtig ist, dass man sich davon nicht runterziehen lässt, sondern weiter an sich glaubt und arbeitet. Wir alle sind schließlich keine Roboter.

Und genau deshalb kommt es gern mal vor, dass man einen Fehler macht. Ich habe mich letztens auf nüchternen Magen in eine harte Trainingseinheit gestürzt. Nicht nur, dass ich schon nach kurzer Zeit so platt war, dass ich mich wieder wie am Anfang gefühlt und mich gefragt habe: Bin ich wirklich sooo schlecht? Nein, noch schlimmer: Nach wenigen Minuten hatte ich eine Schmerzparty im Kopf. Ich habe sonst ja nie Kopfschmerzen. Diese aber waren so heftig, dass ich abbrechen musste. Klar, Kampf ist Kampf, und meine Mission » verlangt auch mal Opfer. Schön war es nicht, dafür immerhin schnell geklärt: „Vielleicht hättest du vorher eine Banane essen sollen“, sagte Sascha, den ich bei unserem nächsten Treffen um Rat fragte. Richtig! Das hatte zu Beginn des Projekts auch unsere Ernährungsberaterin Heike Lemberger empfohlen: vor dem Training stets eine Kleinigkeit essen. Irre, wie schnell der Körper Rückmeldungen gibt! Aber auch gut zu sehen, wie einfach sich manche Dinge umgehen lassen. Kopfschmerz hatte ich seitdem jedenfalls nicht mehr.

In Sachen Fitness geht’s ja gar nicht darum, dass jeder Schritt mühelos gelingt, sondern dass die eingeschlagene Richtung stimmt. Und das tut sie. Wo sonst viel weiche Masse an meinen Knochen hing, da sind jetzt schon Konturen zu sehen und zu fühlen: am Bauch, an den Armen, sogar an den Waden. Meine Hosen werden im Bund immer weiter – bin mal gespannt, wie weit sich die Taille wohl noch zusammenschnüren lässt. Ich bin jetzt bei 94 Zentimetern Bauchumfang, sieben weniger als vor drei Monaten – und wahrscheinlich 20 weniger als noch vor einem Dreivierteljahr.

Die Veränderungen bemerke nicht nur ich, auch Nicole und andere Leute sehen das. Nicole sagt, ich sauge Komplimente förmlich auf. Ist aber auch wichtig, hier und da etwas Bestätigung zu erhaschen. Es motiviert mich, weiterzumachen. Auch, dass ich sportlich inzwischen auf der Höhe bin. Vor Kurzem war ich mit Freunden beim Snowboarden. Ich war gespannt, wie ich das konditionell verkraften würde und ob ich Leichtgewicht noch genug Druck auf die Kante bringe. Aber alles super, die Kumpels mussten mich sogar bremsen.

Was dieses Projekt angeht: Ich denke nicht daran, hinterher aufzuhören. Da wäre ich ja bescheuert! Das bin ich schon den 72 Liegestützen schuldig, die ich jetzt schaffe (vorher waren es 28). Nee, Leute, ich bleibe am Ball!

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