Tote Hose durch Tabletten

0500 Tabletten
Auf der Packungsbeilage stand "Nebenwirkung: Suchtgefahr"

Potenzstörungen auf Rezept.

Urplötzlich will Ihr bester Freund nicht mehr so wie Sie. Keine Bange, das kann vorübergehen. "Ziemlich oft sind Medikamente schuld an der Misere", erklärt Dr. Martin Bloch, Landesvorsitzender des Berufsverbandes der Deutschen Urologen in Hamburg.

Wann liegt es an der Medizin?
Häufig nach der Einnahme blutdrucksenkender Mittel, die bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen verabreicht werden. Aber auch bei älteren Präparaten der Cholesterin- und Fettsenker (Clofibrate). Desweiteren haben auch Psychopharmaka potenzmindernde Nebenwirkungen, genauso wie Anti-Epileptika und (selten) auch Cortison.

Welche Nebenwirkungen treten auf?
Vor allem Erektionsstörungen und nachlassende Libido. Vorzeitige Ejakulationen und Brustentwicklung kommen dagegen eher selten vor.

Welche Blutdruck-Senker sind besonders verdächtig?
Vor allem Betablocker stehen im Verdacht, starke Nebenwirkungen auf Potenz und Libido zu haben. Früher wurden Betablocker als Sportlerdroge empfohlen, weil sie eine pulssenkende Wirkung haben, indem sie die "Pulsspitzen" nehmen. Wegen der starken Nebenwirkungen kann man die Betablocker nicht mehr empfehlen. Auch Diuretica sind für ihre Nebenwirkungen bekannt. Das sind Entwässerungspillen, die dem Körper Flüssigkeit entziehen und so den Blutdruck senken. Ebenso wie die Vasodilatatoren, die über die Niere den Wasserhaushalt des Körpers beeinträchtigen und dadurch auch den Blutdruck.

Gibt's Alternativen?
Bei hohem Blutdruck muss ein Internist abklären, ob womöglich eine Nierenerkrankung oder eine angeborene Gefäßverengung vorliegt. Aber es gibt Alternativen, wenn man unbedingt blutdrucksenkende Mittel nehmen muss: ACE-Hemmer sind moderne Mittel, die keine Nebenwirkungen auf die Potenz haben.

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