(Neben-)Wirkungen: Medikamenten-Inhaltsstoffe von A-Z

Wenn Entspannung nur mit Hilfe von Medikamente kommt, stimmt etwas nicht
Was in Ihren Medikamenten und Pflegeprodukten steckt

Sie benutzen täglich Zahnpasta und Hautcreme. Doch was steckt dahinter? Unser Lexikon von Acetylcystein bis Zink führt Sie durch den Medikamenten-Dschungel

Sie benutzen täglich Zahncreme und bei Bedarf auch Medikamente. Doch wissen Sie auch, was hinter den Produkten steckt? Die Liste der Wirkstoffe ist lang und nicht jeder muss unbedenklich sein. Daher ist es sinnvoll, einen Blick auf die Inhaltsstoffe zu werfen. Wir haben uns erkundigt und Ihnen eine Übersicht über die wichtigsten Substanzen in Zahncremes, Erkältungsmedizin, Haarwuchsmitteln und anderen Pflegeprodukten und Medikamenten zusammengestellt – von Acetylcystein bis Zink. Sollten Sie im Zweifel sein, ob ein Mittel für Sie geeignet ist, fragen Sie am besten Ihren Arzt oder Apotheker.

Acetylcystein
Acetylcystein (ACC) wird oft als Pulver in Wasser gelöst gegen festsitzenden Husten eingesetzt und löst den Schleim. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten. Manche Experten führen die schleimlösende Wirkung eher auf die vermehrte Einnahme von Wasser zurück. Um das Abhusten des Schleimes nicht zu behindern, darf das Mittel nicht gemeinsam mit Hustenstillern eingenommen werden.

Acetylsalicylsäure (ASS)
Acetylsalicylsäure wirkt schmerzstillend, fiebersenkend und entzündungshemmend. Bei kurzfristiger Einnahme gilt der Wirkstoff als gut verträglich. Bei längerfristiger und hochdosierter Einnahme, etwa bei der Behandlung von rheumatischen Beschwerden, können Magenbeschwerden auftreten. Bei Kindern und Jugendlichen mit fieberhaften Erkrankungen sollte das Mittel nicht eingesetzt werden. ASS verdünnt das Blut und führt zu verminderter Blutgerinnung. Bluter dürfen das Mittel daher nicht einnehmen.

Alumina
Bei Alumina handelt es sich um mineralisches Aluminiumoxid, welches in Form von feinstem Pulver in Zahncremes zur sanften Reinigung eingesetzt wird.

Ambroxol
Ambroxol wird bei Erkältungskrankheiten und anderen Erkrankungen der Atemwege als Sekretlöser eingesetzt. Der Wirkstoff wurde 1968 patentiert und wird in einer Vielzahl von Medikamenten verwendet. Es dürfen nicht gleichzeitig hustenstillende Medikamente eingenommen werden, um das Abhusten des Schleimes nicht zu behindern. Wichtig ist, ausreichend Wasser zu trinken. Vorsicht bei bestehenden Nieren- oder Lebererkrankungen.

Aminfluorid
Aminfluoride werden vor allem als Kariesschutzmittel in Zahncremes eingesetzt. Sie fördern die Säureresistenz des Zahnschmelzes und bremsen die Entmineralisierung.

Amylmetacresol
Amylmetacresol gehört zur Gruppe der Antiseptika, hat also eine desinfizierende Wirkung. Im Klartext heißt dies, dass es Erreger im Mund- und Rachenraum rasch abtötet.

Antimykotika
Antimykotika sind Arzneimittel zur Behandlung von Pilzinfektionen.

Benzocain
Benzocain ist ein lokales Betäubungsmittel und wird hauptsächlich zur medizinischen Behandlung von Haut und Schleimhäuten eingesetzt. Die Wirkungsdauer ist relativ kurz. Mittlerweile wird es auch in Kondomen zur Hinauszögerung des Orgasmus des Mannes verwendet.

Calendula-Öl
Ringelblumen (Calendula) spielen auch in der Pflanzenheilkunde eine Rolle. Calendula-Öl wirkt wundheilend, entzündungshemmend und schmerzstillend. Auch wenn es in der Regel hautberuhigend wirkt, sollte die Verträglichkeit zunächst an einer kleinen Hautstelle getestet werden.

Clobutinol
Clobutinol hemmt das Hustenzentrum im Gehirn und verringert die Häufigkeit und Intensität von Hustenstößen. Bei verschleimtem Husten könnte das Abhusten des Schleims unterdrückt werden. Daher wird die Anwendung nur bei trockenem Reizhusten empfohlen.

Dextromethorphan

Dextromethorphan wird seit 1954 als hustenstillendes Mittel gegen trockenen Husten und Reizhusten eingesetzt. Nebenwirkungen und Suchtpotenzial sind sehr gering. Jedoch sollte vor der gleichzeitigen Einnahme anderer Medikamente der Arzt befragt werden.

Efeu
Sämtliche Pflanzenteile des Efeus sind giftig, die heilende Wirkung der Pflanze ist Naturheilkundlern jedoch schon lange bekannt. Zubereitungen aus Efeublättern werden wegen ihrer entkrampfenden Eigenschaften in Mitteln gegen Bronchitis eingesetzt. In sehr geringen Mengen werden Efeublätter auch in Bronchialtees verwendet, da sie den Abtransport des Schleimes verbessern.

Eukalyptus
Aus den Blättern und Zweigen der Eukalyptus-Pflanzen werden ätherische Öle gewonnen. Eukalyptus-Öl wirkt in Form von Kapseln, Einreibungen, Inhalationen oder Lutschbonbons wachstumshemmend auf Bakterien und Viren, kühlend und schleimlösend. Für Kinder unter sechs Jahren sind die Öle nicht geeignet.

Finasterid
Finasterid greift in den hormonellen Abbau des männlichen Testosterons ein und kann den erblich bedingten Haarausfall stoppen bzw. verlangsamen.

Fluorid
Fluorid wird nicht nur als wichtig für die Härtung des Zahnschmelzes, sondern auch für das Knochenwachstum angesehen. Werden sehr hohe Dosen Fluor aufgenommen, kann es zu einer Schädigung von Zähnen und Knochen kommen.

Flurbiprofen
Flurbiprofen wirkt entzündungshemmend und vor allem an der Rachenschleimhaut und am Auge eingesetzt.

Ibuprofen
Ibuprofen wirkt schmerzstillend, entzündungshemmend und fiebersenkend. In der Wirksamkeit soll es der Acetylsalicylsäuze (ASS) überlegen sein und weniger Nebenwirkungen haben.

Karbonat
Äußerlich verwendet, kommt Calciumcarbonat als mildes, austrocknendes Streupulver und in Zahnpflegemitteln zum Einsatz. Calciumcarbonat kann auch als Mittel gegen die Übersäuerung des Magens verwendet werden. Als Calciumträger ist es wichtig für die Knochenbildung.

Magnesium
Magnesium ist als Mineralstoff für den menschlichen Körper unerlässlich und muss dem Körper täglich in ausreichender Menge zugeführt werden. Magnesiummangel löst zahlreiche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Konzentrationsmangel und Müdigkeit, aber auch Muskelkrämpfe aus.

Minoxidil
Minoxidil kann den Haarausfall stoppen bzw. verlangsamen. Die Wirkungsweise ist jedoch noch nicht vollständig geklärt.

Pelargonium Sidoides

Aus der südafrikanischen Geranienart Pelargonium Sidoides wird in neuerer Zeit das Medikament Umckaloabo hergestellt, welches das Immunsystem stärkt und u.a. das Abhusten des Schleimes fördert.

Phosphat
In der menschlichen Ernährung spielt Phosphat eine wesentliche Rolle im Energiestoffwechsel und im Knochenaufbau. Phosphate sind als Lebensmittelzusatzstoffe zugelassen und dienen u.a. als Konservierungsmittel, Säuerungsmittel und Emulgatoren.

Silikat
Silikate sind eine ausgedehnte Familie von Mineralien. In Zahncremes werden Silikate wegen ihrer sanften Putzwirkung eingesetzt. Aber auch in vielen anderen Bereichen kommen sie zum Einsatz, zum Beispiel als Wasserenthärter in Waschmitteln.

Tetryzolin
Tetryzolin hat eine schleimhautabschwellende Wirkung. Es soll nicht länger als fünf Tage angewendet werden, um Schäden an der Schleimhaut zu vermeiden.

Triclosan
Triclosan ist ein Bakterienhemmer, der auch als Konservierungsstoff eingesetzt wird. In Zahncremes dient es der Langzeit-Mundhygiene. Experten befürchten durch umfangreichen Gebrauch eine Resistenzbildung von Bakterien.

Tyrothrizin
Tyrothricin ist ein lokal wirksames Antibiotikum, das häufig bei Entzündungen von Hals, Rachen und Magenschleimhaut eingesetzt wird. Die Wirksamkeit ist jedoch umstritten.

Wollwachsalkoholsalbe
Wollwachs ist das Sekret aus den Talgdrüsen von Schafen, das bei der Wäsche von Schafswolle zurückgewonnen wird. Es beschleunigt die Wundheilung und ist deshalb in Wundsalben und Pflegecremes enthalten.

Xylometazolin
Xylometazolin wird zum Abschwellen der Nasenschleimhaut eingesetzt und wirkt, indem es die Blutgefäße in der Nase verengt. Der Wirkstoff sollte nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden und auch nicht von Patienten mit Bluthochdruck und anderen Herzproblemen.

Zink
Zink zählt zu den essentiellen Spurenverbindungen für den Stoffwechsel. Es nimmt im Körper Schlüsselrollen im Fett-, Eiweiß- und Zuckerstoffwechsel ein und ist beteiligt beim Zellwachstum. Sowohl das Immunsystem als auch viele Hormone benötigen Zink für ihre Funktion. Zink ist auch ein Erkältungsmittel mit Krankheiten lindernder und verkürzender Wirkung. Zinkmangel führt zu einer Unterfunktion der Keimdrüsen, Wachstumsstörungen und Blutarmut. Auch in Sunblockern ist oft Zink enthalten.

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