Gedanken-Workout: Muskelaufbau durch Kopfkino

Mit unserem Workout hat die Winterwampe keine Chance
Kopfkino ist gut für alle, die Schwierigkeiten haben, körperliche Übungen zu machen

Um mehr Kraft zu bekommen, müssen Sie sich nicht im Fitnessstudio schinden. Die bloße Vorstellung reicht aus, um die Muskeln zu stärken, behauptet ein Forscher.

Keine Zeit fürs Studio? Dann denken Sie einfach an Ihr Workout, auch das stärkt die Muskeln – behauptet zumindest Dr. Vinoth Ranganathan von der Cleveland Clinic Foundation in Ohio, USA. "Das bloße Denken an Muskeltraining hilft das schon, die eigene Muskelkraft zu erhalten", sagt er.

Für die Untersuchung unterteilten Ranganathan und seine Kollegen dreißig gesunde junge Männer in drei Gruppen: die erste sollte sich einbilden, den kleinen Finger zu trainieren, die zweite den Armbeuger. Jeder sollte drei Monate lang fünf mal in der Woche je 15 Minuten so intensiv wie möglich an die Muskelbewegung denken, sie aber nicht ausführen. Die dritte Gruppe dagegen diente der Kontrolle und sollte keine Kopfkino betreiben. Mit einer Halterung stellten die Wissenschaftler außerdem sicher, dass die Teilnehmer nicht doch die Muskeln bewegten.

Hirnschmalz bringt Muskelkraft
Die Kraft maßen sie vor und nach den Übungen. Sie fanden heraus, dass die Personen, die sich vorstellten, ihren kleinen Finger zu trainieren, tatsächlich einen Kraftzuwachs von 35 Prozent erdachten. Wer seinen Armbeuger durch Kopfkino forderte, schaffte im Schnitt 13,4 Prozent Kraftzuwachs. Die Kontrollgruppe dagegen gewann keine Muckis dazu. Weiterhin zeigten die Testkandidaten starke Hirnsignale im Elektroenzephalogramm, mit dem die Forscher die Hirnströme der Teilnehmer während ihrer "Übungen" untersuchten.

Ranganathan sagt, dass diese Ergebnisse darauf hinweisen, dass der Kraftzuwachs der Testpersonen durch Hirnströme zustande kam. Das Gehirn wurde trainiert, intensivere Signale an die Muskeln auszusenden.

Auf die Idee für ihre Untersuchungen kam der Forscher durch andere Studien: Die belegten, dass Übungen, die nur einseitig ausgeführt wurden, auch die andere Körperseite beeinflussten. Dass also das Gehirn verstärkt Signale auch an die Stellen schickt, die nicht körperlich trainiert werden.

Hilfe für Kranke
Ranganathan glaubt, dass das Kopfkino gut ist für alle, die Schwierigkeiten haben, körperliche Übungen zu machen, vielleicht sogar Schlaganfall-Patienten oder solche mit Rückenmarksverletzungen.

Für Men´s Health Fans gilt indessen: träumen Sie weiter von Ihrem Waschbrett; nun ist erwiesen, dass das hilft...

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