Sozialpsychologie: Mieses Verhalten durch Grafittis

Graffiti fördern das eigne Fehlverhalten
Achtung: In schlechter Umgebung fällt man auch selbst schnell aus der Rolle

Schmierereien beeinflussen unsere Psyche. Eine ungepflegte Umgebung fördert eigene Verfehlungen

Sind Wände oder U-Bahnzüge beschmiert, führt dies zu einem schlechteren und gleichgültigerem Verhalten der Menschen, die sich in dieser Umgebung aufhalten. Allein die Anwesenheit von Graffitis verdoppelt die Zahl derjenigen, die stehlen oder Müll auf die Straße werfen, so eine Studie der niederländischen Universität Groningen.

Sichtbares Fehlverhalten führt zu noch mehr Fehlverhalten

Eine Erklärung dafür liefert den Wissenschaftlern zufolge die "Theorie des zerbrochenen Fensters". Sie besagt, dass Anzeichen von einem Fehlverhalten - wie ein zerbrochenes Fenster oder Graffitis - weitere kriminelle Vergehen nach sich ziehen.

In der Studie testete Studienleiter Kees Kiezer dieses Verhaltensmuster, indem er Flyer an Fahrrädern befestigte. Ein Teil der Räder stand vor sauberen Wänden, die andere Hälfte vor beschmiertem Hintergrund. Ergebnis: Waren die Wände sauber, warf ein Drittel der Radfahrer den Flyer auf die Straße. Zierten Graffitis die Wände, schmissen fast 70 Prozent den Flyer auf den Boden.

Ein zweiter Test untermauerte das Ergebnis: Aus einem sauberen Briefkasten wurde ein sichtbar mit Geld gefüllter Umschlag von "nur" von 13 Prozent der Passanten geklaut. War der Kasten mit Graffitis verunstaltet, waren es 27 Prozent.

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