Mineralien – Multitalente

Mineralien machen rund vier Kilo des Körpergewichts aus
Mineralien unterstützen Funktionen des Organismus

Mineralien sind lebenswichtige Multitalente und an beinahe jedem Prozeß im Körper beteiligt. Hier erfahren Sie alles über Natrium, Kalium und Co.

Was sind Mineralien?
Mineralien sind Salze, die unentbehrliche Funktionen des Organismus unterstützen. Die Salze lösen sich in Wasser zu positiven und negativen Ionen. Man unterscheidet zwischen sieben Mengenelementen, die der Körper in einer Menge von über 100 Milligramm benötigt und vierzehn Spurenelementen, von denen eine deutlich geringerer Menge ausreicht.
Mengenelemente sind: Natrium, Kalium, Magnesium, Kalzium, Chlor, Phosphor und Schwefel.
Spurenelemente sind: Chrom, Eisen, Jod, Kobalt, Kupfer, Mangan, Molybdän, Selen, Zink, Nickel, Silizium, Fluor, Vanadium und Lithium.

Wozu sind Mineralien gut?
Ohne Mineralien wäre alles nichts. Hätten wir zum Beispiel keine Eisen im Körper, könnten wir nicht atmen, denn Eisen ist ein zentraler Baustein für Hämoglobin. Die roten Blutkörperchenbinden Sauerstoff und transportieren Kohlendioxid aus dem Organismus. Als wichtige Bestandteile von Enzymen regeln sie viele Stoffwechselvorgänge. Ohne Mineralien gäbe es keine Verdauung, Vermehrung und Verstand. Sie bieten Schutz vor Krebs und Erkältungen. Darüber hinaus steigern sie auch noch die körperliche Leistungsfähigkeit.

Wie kommt man an Mineralien?
Mineralien nehmen wir durchs Essen auf – könnten wir jedenfalls, wenn wir uns nicht zu einseitig ernähren würden: "Essen Sie nicht immer das Gleiche"; rät Professor Peter Brätter vom Hahn-Meitner-Institut in Berlin. "Wenn Sie möglichst verschiedene Nahrungsmittel mit wechselnder Herkunft verzehren, ist eine ausreichende Versorgung mit Mineralien gesichert."

Wie kann man Mineralien verlieren?
Mit jedem Tropfen Schweiß gehen uns wertvolle Mineralien verloren. Auch im Urin scheiden wir diese Elemente aus oder wenn wir uns verletzt haben und bluten.

Können Mineralien schädlich sein?
Die Realität sieht jedoch meist anders aus: unzählige Zusatzstoffe in industriell verarbeiteten Lebensmitteln stören das natürliche Gleichgewicht der Mineralstoffe in unserer Nahrung, beispielsweise das Verhältnis von Kalium zu Natrium: Durch den übertriebenen Gebrauch von Kochsalz wird es zu Ungunsten von Kalium verschoben. Dadurch kann es zu Bluthochdruck kommen.

Je weiter die Lebensmittel verarbeitet sind, desto mehr Mineralstoffe gehen verloren. So enthalten 100 Gramm Getreide im Schnitt 30 Mikrogramm Chrom – wichtig für die Regulierung des Blutzuckerspiegels. 100 Gramm normales Mehl vom Typ 405 dagegen liefert nur noch etwa ein Zehntel des Ausgangswertes.

Wie kann man das verhindern?
Um eventuellen Mangelzuständen vorzubeugen, können Sie entweder mineralienfreundlich werden, oder sie greifen zu Pillen und Kapseln.
Die Pharmaindustrie lockt mit einer Vielzahl undurchschaubarer Präparate zur Aufbesserung des Mineralhaushaltes. Dosierungen und Kombinationen entbehren oft jeder wissenschaftlichen Basis. "Die Forschung über Mineralien und Spurenelemente steckt noch in den Kinderschuhen", so Professor Brätter. "Wo Wissenslücken sind, werden auch immer Geschäfte gemacht," ergänzt Professor Oskar Oster, Biochemiker an der Uniklinik in Kiel.

Wenn Sie sich dennoch regelmäßig die Pille geben wollen sollten Sie vorher einen Arzt konsultieren. Vor allem Magnesium wird von der Industrie als "Wellness-Hilfe" lanciert. Zwar hat tatsächlich jeder zehnte Bundesbürger einen Magnesiummangel, aber in Selbsttherapie kann man durch übertriebene Einnahme hoher Dosen den gesamten Mineralhaushalt zerstören. Einen eventuellen Mangel kann nur der Arzt feststellen.

Mineralien wirken nämlich wie die meisten anderen Biostoffe auch, nur in Verbindung mit anderen Stoffen. So kann ein Missverhältnis zwischen den Ionen Kalium, Bicarbonat und Phosphat, die die Nerven anregen, und den nervenberuhigenden Mineralien Kalzium, Magnesium und Wasserstoff zu Nervosität und Unruhe führen.

Wer bei Eisenmangel nur hohe Dosen an Eisenpräparaten einwirft, wird sich wundern, dass der Eisenspiegel im Blut nicht steigt. Denn Eisen wird vom Organismus nur in Verbindung mit Vitamin C aufgenommen. Wer hier auf frische Salate setzt, in denen beide Stoffe bereits kombiniert sind, fährt meist besser.

Wenn Sie doch auf Selbstmedikation setzen wollen, sollte die "Dosis maximal das Doppelte der von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlenen Tagesration betragen", rät Oster. Megadosen sind für Mineralien und Spurenelemente nicht zu empfehlen, da sie schwere Schäden verursachen können, so der Biochemiker.

Unstrittig ist aber, dass Kombinationspräparate dem Körper in Ausnahmesituationen helfen können, so Professor Brätter. Etwa wenn im Urlaub die Sonne brennt, Sie mehr schwitzen als sonst und durch Umstellung oder ungewohnte Nahrung Reisedurchfall bekommen.

Durch normalen Freizeitsport ist der Mineralbedarf leicht erhöht, da der Stoffwechselumsatz steigt und der Körper mehr Mineralien mit dem Schweiß ausschwemmt. Auch dann reicht es jedoch, wenn Sie regelmäßig Obst- oder Gemüsesaft mit Mineralwasser verdünnt trinken. Damit decken sie den höheren Bedarf von an Magnesium und Kalium ab.
Nur Leistungssportler sollten auf Magnesium- und Kaliumpräparate zurückgreifen, wenn die Waden nachts zu Krämpfen neigen.

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