Acer Aspire Revo: Mini-PC mit Monster-Grafik

Acer Aspire Revo R3600
Größenvergleich Acer Aspire Revo (links) und klassischer Tower PC (rechts). Das winzige Gehäuse des Revo fasst zirka 1,2 Liter. Das große Tower-Gehäuse rund 45 Liter

Er hat nicht mehr Volumen als eine Milchtüte und kostet nur 300 Euro. Doch sein schneller Grafikprozessor spielt Filme in HD-Auflösung ...

Testobjekt: Nettop-Computer
Produkt: Aspire Revo R3600
Hersteller: Acer
www.acer.de
Preis: um 300 Euro

Seit gut einem Jahr gibt es die so genannten Netbooks. Also kleine, schwachbrüstige Notebooks, die sich für Office, E-Mail und Web eignen, aber weniger für Gaming und schon gar nicht für HD-Videos. In ihrem Innern treibt meist Intels Atom-Prozessor diese Geräte an. Ein billiger, stromsparender Prozessor mit wenig Rechenleistung.

Seit ein paar Monaten gibt es die Netbook-Technik auch für den Desktop – der so genannte Nettop war geboren. Auch er eignet sich normalerweise kaum für Spiele-Fans oder Benutzer, die gerne Spielfilme auf ihrem Rechner anschauen.

Der GTI unter den Grafikprozessoren
Aber das ändert sich jetzt. Der Aspire Revo von Acer ist einer der ersten Nettops mit ansprechender Grafikleistung. Neben dem Atom-Chip als Haupt-Recheneinheit beherbergt sein Gehäuse den Grafikprozessor Ion von nVidia. Ion passt zu Atom wie GTI zu Golf. Oder noch besser: wie G40 zu Polo – falls Sie sich noch an diesen hochgezüchteten Kleinwagen erinnern.

Ion ist der Turbo unter den kleinen Grafikprozessoren. Sein Stromverbrauch liegt bei lediglich 18 Watt, trotzdem besitzt er laut Herstellerangaben etwa die 10-fache Grafikleistung wie die bisher bei Nettops übliche Grafiklösung GMA950 von Intel. Zum Vergleich: Normale, ausgewachsene Grafikkarten in Desktop-PCs ziehen eine Leistung von rund 50 Watt.

Das Evolutionssimulation-Spiel Spore läuft flüssig auf dem Acer Aspire Revo

Das Simulations-Spiel Spore läuft flüssig auf dem Acer Aspire Revo

Ein internes, optisches Laufwerk besitzt der Revo nicht. Wir haben ein Blu-ray-Laufwerk angeschlossen und den Film "Kung Fu-Panda" von der hochauflösenden Blu-ray-Disc angeschaut. Er lief ruckelfrei. Erster Test also bestanden.

Fliegen über Tierleichen
Grafikkartenhersteller nVidia sagt, dass Ion nicht für anspruchsvolle Shooter-Games wie etwa Far Cry geeignet ist. Mit dieser Aufgabe wäre der kleine Turbo-Rechner doch überfordert. Deswegen spielten wir testweise das Evolutions-Simulations-Spiel Spore. Als Referenz-Gerät verwendeten wir die Mutter aller Schrumpf-Rechner, den Mac mini von Apple. Und zwar in seiner Ausführung von 2007. Das bedeutet mit schnellerem Hauptprozessor als der Revo. Aber ohne Grafikkarte. Die Frage: Was bringt mehr Speed: Schnellere CPU oder ordentliche Grafik?

Ergebnis: Die Grafik reißt es raus. Ein Mac mini kostet rund doppelt so viel wie ein Aspire Revo. Dennoch lädt das Spiel schneller auf dem Spar-Rechner, die Lebewesen in der Spore-Welt bewegen sich zügiger, und der Bildschirm zeigt mehr Details. Beispielsweise sieht man Fliegen über Tierkadavern kreisen, die ohne Ion-Grafik gar nicht sichtbar sind. Außerdem wirkt die Vegetation in Form von Bäumen und Büschen etwas üppiger. Zweiter Test also ebenfalls bestanden.

Fazit
So viel Rechner für so wenig Geld, das ist schon eine großartige Sache. Um ehrlich zu sein: Mehr Rechner brauchen die wenigsten Anwender. Der Revo macht im Idealfall Millionen teurerer PCs überflüssig und arbeitslos. Hinzu kommt, dass der winzige Computer nur maximal 65 Watt Strom verbraucht. Ein klassischer Desktop-PC schluckt locker 400 Watt. Der Revo schont Geldbeutel und Umwelt also auch im Betrieb.

Der Gerechtigkeit halber sei angemerkt, dass Apples Mac mini in seiner neuesten Ausführung ebenfalls mit nVidia-Grafikprozessor ausgestattet ist. Seine 2009er-Version dürfte also insgesamt klar schneller sein als Acers Revo.

Sponsored SectionAnzeige