Anlage-Schutz: Überblick behalten und streuen

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Niemals alles auf eine Karte setzen

Produkte auf dem Kapitalmarkt gibt es viele. Informieren Sie sich richtig, bevor Sie Ihr Geld anlegen

Die Zahl der am Markt befindlichen Instrumente wächst von Jahr zu Jahr. Kaum jemand kann da noch den Überblick behalten. „Aufgrund von Empfehlungen durch Banken wird die Geldanlage oft mit komplizierten Produkten umgesetzt – vielfach erkennt der Anleger die Risiken dieser Produkte nur unzureichend und kann dadurch sein gesamtes Anlagerisiko nicht bestimmen“, warnen Claus Walter und Karl-Heinz Hass vom Freiburger Vermögensmanagement.

Vorsicht ist beispielsweise bei Inhaberschuldverschreibungen angeraten, die in den Medien mit Zinsen um 7,5 Prozent beworben werden und damit mehr als doppelt so viel Rendite zu bringen scheinen wie derzeit zehnjährige Bundesanleihen. Doch es gibt einen Haken, wie Walter und Hass anmerken: „In den vergangenen Jahren haben viele Sparer Inhaberschuldverschreibungen kleinerer Sparkassen und Genossenschaftsbanken gekauft, die nicht börsennotiert sind. Ein vorzeitiger Verkauf ist je nach Marktlage im Zweifelsfall aber schwierig oder mit erheblichen Abschlägen verbunden.“

Selbst am Ende der Laufzeit gibt es keine Garantie, dass das Kapital vollständig zum Anleger zurückfließt. Denn die Insolvenz des Unternehmens kann den Totalverlust des eingesetzten Kapitals bedeuten. Die Anlagegelder sind weder durch den Einlagensicherungsfonds geschützt, noch hat die staatliche Finanzaufsicht bei der Ausgabe von Inhaberschuldverschreibungen ein Prüfungsrecht.

2. Nicht in Produkte investieren, die man nicht versteht

Gerade wer an der Börse anlegt, sollte sein Geld nie nur auf ein Pferd setzen. In Deutschland sein Geld zu investieren ist durchaus richtig, es sollte aber nicht das einzige Pferd im Stall bleiben. Wissenschaftler der Universität Mannheim haben in einer Studie ausgerechnet, dass Anleger, die auch im Ausland investieren, im Durchschnitt mehr Gewinn machen. Mit europäischen und internationalen Aktienfonds können Anleger ganz leicht auch außerhalb der Landesgrenzen Geld anlegen. Hier übernehmen Fondsmanager die richtige Auswahl der Aktien und Anleihen.

Sein Depot breit zu streuen bedeutet jedoch nicht, möglichst viele Einzelwerte im Depot zu haben. 15 bis 20 Einzelwerte gelten als Obergrenze für den Privatanleger, wobei der Anteil einer Aktie am Gesamtdepot grundsätzlich nicht über fünf Prozent liegen sollte – selbst wenn der Anleger in besonderem Maße von der Story, die hinter dem Titel steht, überzeugt sein mag.

Bei geringen Anlagesummen ist von Einzelanlagen in Aktien abzuraten. Als Alternative bieten sich beispielsweise die über 7000 zum Vertrieb zugelassenen Investmentfonds an. Hier können Länder-, Branchen- oder Themenfonds ausgewählt werden, die den eigenen Vorstellungen entsprechen.

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