Arztfehler: Missinterpretierte Tests

Auch Ärzte irren
Auch Ärzte irren

Verkehrte Diagnosen liefern auch nicht korrekt durchgeführte oder falsch interpretierte Allergietests

Am häufigsten setzen Ärzte den Pricktest ein. Dabei wird die Haut am Arm vielfach angeritzt, jeweils ein Tropfen einer Lösung der verdächtigen Substanzen aufgeträufelt. Zeigen sich dort nach einer bestimmten Zeit Quaddeln, deutet das auf eine Allergie hin.

Der Test ist nur aussagekräftig, wenn auch Kontrollen mitgetestet werden, ob die Haut auf das Lösungsmittel oder das Pieksen mit den Quaddeln reagiert. Und selbst bei korrekter Durchführung kann ein unerfahrener Arzt die Resultate missinterpretieren, schwache Reaktionen überbewerten. Schon hat der Patient einen Stoff im Allergiepass und müht sich ab, ihm aus dem Weg zu gehen. Experten würden dagegen in einer Blutprobe nach IgE-Antikörpern gegen die angeklagte Substanz suchen (Radio-Allergo-Sorbent-Test, RAST oder Immuno-Cap-Test).

Ist aber der Pricktest dann nicht überflüssig?
"Nein, für einen Überblick ist er besser, weil man schon nach 20 Minuten ein Ergebnis hat. Beim Bluttest kann das Tage bis Wochen dauern", so Regine Keller-Melchior. "Der Pricktest ist auch nicht so unangenehm, wie viele denken – wir testen ja sogar Kleinkinder damit ohne Probleme." Trotzdem können Sie stattdessen auch Ihr Blut screenen lassen (ab ungefähr 30 Euro).

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