Filmtipp "The Dark Knight Rises": Mit Batman in den Abgrund

Trailer zum Film
Trailer zum Film "The Dark Knight Rises"

Der dunkle Ritter ist zurück, und zwar düsterer denn je. Trotz Weltuntergangsstimmung sollten Sie das Finale von Christopher Nolans Batman-Trilogie nicht verpassen

Eines vorweg: Der dritte Teil von Regisseur Christopher Nolans Batman-Trilogie ist kein knallbunter Sommer-Action-Kracher. Düster, pessimistisch und sozialkritisch blickt The Dark Knight Rises in den Abgrund unserer Gesellschaft: Ein verbitterter Rächer im Fledermauskostüm stolpert durch eine Welt, in der man nichts und niemanden trauen kann. Damit ist der Kino-Blockbuster ein harter Brocken für Fans leichter Action-Unterhaltung. Gut so. Denn trotz apokalyptischer Stimmung und bedrückender Gesellschaftskritik ist Nolan eine hochspannende und vor allem sehenswerte Comic-Verfilmung mit einem fulminanten Finale gelungen.

Bruce Wayne (Christian Bale) hat Cape und Maske an den Nagel gehängt
Bruce Wayne (Christian Bale) hat Batmans Cape und Maske an den Nagel gehängt

Darum geht’s: Vor acht Jahren hat Bruce Wayne (Christian Bale) Cape und Maske an den Nagel gehängt. Nur Butler Alfred (Michael Caine) hält dem vereinsamten und verkrüppelten Ex-Superhelden die Treue. Nach Jahren der Ruhe in Gotham City brodelt es im Untergrund: Ein mysteriöser Superschurke namens Bane (Tom Hardy) aus einem Dritte-Welt-Gefängnis bringt Wayne erst um sein Vermögen und sperrt dann den zurückgekehrten Batman in eben jenes Gefängnis. Mit einer Truppe Söldnern zerstört Bane in Gotham City die Börse, sprengt sämtliche Brücken, sperrt alle Polizisten weg. Sein Ziel: der Untergang der westlichen Zivilisation. Batman allerdings bleibt verschwunden. Also liegt es zunächst an Commissioner Gordon (Gary Oldman), an dem mutigen Polizisten John Blake (Joseph Gordon Levitt), an Tüftler Lucius Fox (Morgan Freeman) und an der undurchschaubaren Catwoman Selina Kyle (Anne Hathaway), die Welt zu retten.

Undurchschaubar: Catwoman Selina Kyle (Anne Hathaway)
Spielt mit Batman Katz und Fledermaus: Meisterdiebin Catwoman Selina Kyle (Anne Hathaway)

Verblüffend realistische Comic-Verfilmung
The Dark Knight Rises
ist erstaunlich altmodisch: keine alles dominierenden 3D-Computeranimationen und wummernden Abrissorgien. Nolan setzt auf bedrohlich wirkende Sets und Tausende von Statisten, welche die Massenszenen bevölkern. Weiterer Pluspunkt: Batman ist in unserer Welt angekommen. Denn für eine Comic-Adaption wirkt der Film verblüffend realistisch, so dass die wenigen überzeichneten Szenen richtig unangenehm auffallen. Kritikpunkte? Nur wenige. Einige Szenen sind zu schwülstig und Oberschurke Bane mit seinem Maulkorb zu statisch geraten. Und aus Batman ist ein dunkler Ritter der traurigen Gestalt geworden. Inhaltlich passt The Dark Knight Rises perfekt in eine Zeit von Wirtschafts- und Finanzkrisen, sozialer Ungerechtigkeiten und fehlender Moral. Eine Lösung dafür hat Regisseur Nolan natürlich nicht parat. In seinem Film kriegt jeder sein Fett weg: Korrupte Politiker, Geldadel und tobender Mob.

Fazit: Trotz beklemmender 3 Stunden und einiger holpriger Umwege, welche die Story bis zum Showdown unternimmt, ist The Dark Knight Rises einkomplexes und cleveres Kino-Highlight. Da müssen Sie unbedingt rein.

The Dark Knight Rises (USA 2012)
Regie: Christopher Nolan
Drehbuch: Jonathan Nolan, Christopher Nolan        
Darsteller: Christian Bale, Michael Caine, Tom Hardy, Gary Oldman, Joseph Gordon-Levitt, Anne Hathaway, Morgan Freeman
Länge: 165 Minuten
Start: 26. Juli 2012 (kino) / 30. November 2012 (DVD und Bluray)

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