Müdes Sperma bei Enthaltsamkeit

Sex hat evolutionäre Vorteile
Übung macht den Nachwuchs-Meister

Eine neue Studie belegt: Schlechte Sperma-Qualität durch wenig Sex

Wenn es mit dem Nachwuchs noch nicht geklappt hat, liegt es vielleicht an zu wenig Sex. Bisher hat man zeugungswilligen Paaren geraten, den Samen des Erzeugers für die fruchtbarsten Tage der Frau anzusparen. Ganz nach dem Motto: weniger ist mehr.

Falsch, behaupten jetzt israelische Wissenschaftler. Für eine Studie der Ben-Gurion-Universität untersuchten sie 7000 Spermaproben von 6000 Männern.

Das Ergebnis war verblüffend: Nach ein bis zwei Tagen ohne Sex sinkt die Qualität des Spermas, die Anzahl der zeugungsfähigen Samenzellen nimmt dann deutlich ab. "Schon zwei Tage Abstinenz machen die Spermien weniger beweglich", so der Leiter der Forschungsgruppe, Elljahu Levitas.

Laut aktueller Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sollen Männer mit Zeugungsproblemen mindestens zwei bis sieben Tage auf Sex verzichten, bevor sie ihr Sperma untersuchen lassen, um die bestmögliche Qualität abzuliefern.

Doch die neue Studie spricht dagegen. "Ein längerer Aufenthalt im Hoden führt für manche Samenzellen offenbar zu Müdigkeit", sagte Levitas.

Zurückhaltung für´s Wunschkind ist also nicht mehr angesagt, wenn man den Wissenschaftlern glauben kann.

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