Nie wieder süchtig: Mit professioneller Hilfe in den Entzug

Für einen Entzug ist professionelle Hilfe nötig
Durch den Entzug lernt der Süchtige, Drogen abzulehnen

Im Falle einer Drogensucht ist es meist nur mit professioneller Unterstützung möglich, den Absprung wieder zu schaffen

Wichtig für einen erfolgreichen Entzug ist, dass der Wunsch, mit den Drogen Schluss zu machen, vom Abhängigen selbst kommt. Sogar wenn diese Bereitschaft gegeben ist, treiben die jahrelange Gewöhnung an das Rauschmittel und die Entzugserscheinungen den Süchtigen noch häufig zu einem Abbruch oder lösen einen Rückfall aus.

Als erste Anlaufstelle für Entzugswillige können Beratungsstellen dienen. Hier arbeiten Experten, die den Kontakt zu Therapieeinrichtungen herstellen. Dieser Service ist kostenfrei. Für alle weiteren Maßnahmen, wie die körperliche Entgiftung und psychische Entwöhnung, müssen die Kosten von einem Träger – etwa Krankenkasse und Sozialamt – übernommen werden. Auch hier helfen Beratungsstellen, den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Motivation, Entgiftung und Entwöhnungsbehandlung

"Die Suchtbehandlung besteht aus vier Schritten", erklärt unser Experte Prof. Thomasius,"Zunächst muss der Abhängige dazu motiviert werden, die Droge aufzugeben und den Entzug durchzuziehen."

Darauf folgt die Phase der körperliche Entgiftung, die häufig unter stationärer ärztlicher Aufsicht vollzogen wird. Durch den fehlenden Nachschub der Droge treten die jeweils drogentypischen körperlichen und psychischen Entzugserscheinungen auf. Diese halten so lange an, bis der Körper sich daran gewöhnt hat, ohne Suchtmittel zu leben. Diese Entgiftung kann bis zu mehrere Wochen dauern. In dieser Zeit ist eine intensive Betreuung nötig, da der Süchtige stark unter Stress steht.

Der körperlichen Entgiftung folgt die Entwöhnung. In dieser Phase lernt der Abhängige, dass er nicht auf die Droge angewiesen ist und Problemsituationen auch ohne Rückgriff auf das Suchtmittel bewältigen kann. Darüber hinaus wird analysiert, welche Gründe ursprünglich das Suchtverhalten ausgelöst haben. "Es geht darum, die psychischen und sozialen Faktoren – etwa Ängst, Depressionen, zwischenmenschliche Konflikte und soziale Stressoren -, die zur Sucht geführt haben, zu erkennen und zu therapieren", so Thomasius. Der Süchtige wird bei seiner Rückkehr in den normalen Alltag – mit all seinen Verpflichtungen – begleitet. Experte Thomasius erklärt diese Maßnahme: "Erneute Belastungen erhöhen das Rückfallrisiko. Der Süchtige muss lernen, mit diesen Belastungen umzugehen." Die Entwöhnung findet oft in einer Fachklinik oder auch ambulant durch den Besuch von Therapiegruppen statt.

Bis der Süchtige die ersten drei Phasen der Suchtbehandlung durchlaufen hat, können je nach Grad der Abhängigkeit und Ressourcen des Süchtigen bis zu zwei Jahre vergehen, so der Experte.

Nachsorge

Um nicht doch wieder in die Sucht zurückzufallen, ist es nötig, dem Abhängigen eine dauerhafte Unterstützung anzubieten. Dies kann durch den Besuch von Selbsthilfegruppen oder auch durch eine ständige Betreuung in therapeutischen Wohneinrichtungen geschehen. Thomasius empfiehlt: "Im Idealfall begibt sich der Süchtige in längerfristige Nachsorge und besucht beispielsweise Gesprächsgruppen. Denn eine Sucht ist nie ganz überwunden. Es bleibt ein lebenslanges Risiko, rückfällig zu werden."

Nach Expertenmeinung finden sich in Deutschland übrigens die besten Behandlungsprogramme für Suchtmittelabhängige weltweit.

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