Hilfsmittel für den Nikotinentzug: Von Nikotin-Pflaster bis Antirauchpille

Nikotin-Pflaster: Pflaster sind besonders geeignet für Raucher, die einen relativ gleichbleibenden Nikotinspiegel gewöhnt sind
Nikotinpflaster haben ihre maximale Wirkung erst nach 7 Stunden

Kleben, kauen, sprühen, schlucken – was lässt Sie Ihre Glimmstängel endlich vergessen? Hier ein paar Mittel für den Nikotinentzug

Nikotin-Pflaster: Pflaster sind besonders geeignet für Raucher, die einen relativ gleichbleibenden Nikotinspiegel gewöhnt sind. Es gibt sie in verschiedenen Stärken. Morgens kleben Sie ein Pflaster auf eine unbehaarte Stelle des Körpers zwischen Nacken und Taille. Über einen Zeitraum von 24 Stunden wird das Nikotin dann freigesetzt. Starke Raucher beginnen mit einer Dosis von 25 - 30 mg pro Tag und reduzieren danach stufenweise über zwei bis drei Monate.
Vorteile: Der Körper wird nicht mit Teer oder Kohlenmonoxid belastet. Einfache Anwendung, unauffällig, rezeptfrei.
Nachteile: Pflasterallergien und Hautreizungen sind möglich – kleben Sie das Pflaster daher jeden Tag auf eine andere Stelle. Die Wirkung ist langsam, erst nach rund sieben Stunden ist der maximale Nikotinspiegel erreicht.

Nikotin-Kaumgummi: Für Raucher, die in unregelmäßigen Abständen zur Zigarette greifen. Sie brauchen nicht gleich darauf zu verzichten, etwas zwischen den Fingern bzw. im Mund zu haben und können die Nikotinmenge flexibel dosieren. Kaugummis gibt es in zwei Stärken (2 und 4mg Nikotin). Langsam und mit Unterbrechungen etwa 30 Minuten lang kauen, zwischendurch in der Backentasche lagern. Mit der Zeit einschränken und nach zwei bis drei Monaten ganz aufhören.
Vorteile: Der Körper wird nicht mit Teer oder Kohlenmonoxid belastet. Eine Gewichtszunahme ist unwahrscheinlicher. Befriedigt die Nikotinsucht und das orale Verlangen; schnelle Wirkung, rezeptfrei.
Nachteile: Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache. Und auch das Kaugummikauen muss man sich wieder abgewöhnen

Nikotin-Nasal-Spray: Geeignet zur Behandlung starker Raucher. Das nikotinhaltige Pumpspray wird in die Nasenlöcher gesprüht; diese Darreichungsform ist die schnellste und wirkungsvollste unter den Nikotinersatzmedikamenten. Anfangs ein bis zwei Anwendungen pro Stunde, nach etwa drei Monaten dann völlige Abstinenz.
Vorteile: Der Körper wird nicht mit Teer oder Kohlenmonoxid belastet. Schnelle Wirkung (5 - 10 Minuten), als akuter Rückfall-Verhüter geeignet.
Nachteile: Zu Beginn der Therapie kann das Spray Jucken in der Nase, tränende Augen, Husten und Niesen hervorrufen. Es muss außerdem relativ oft angewendet werden und kann ebenfalls abhängig machen. Verschreibungspflichtig.

Fruktose: die süßeste aller Entwöhnungen
Traubenzucker als Entzugshelfer: nicht nikotinhaltig, nicht rezeptpflichtig, wirkt schnell und schmeckt

Nikotin-Inhalator: Diese Methode ähnelt dem normalen Rauchen am stärksten. Eine kleine Nikotin-Patrone wird in ein Zigaretten-Stick-artiges Mundstück gesteckt, an dem man bei Bedarf saugt. Je nach Rauchgewohnheiten ersetzt eine Patrone etwa 5-10 Zigaretten.

Vorteile: befriedigt Nikotinsucht und orales Verlangen; simuliert das Rauchen.
Nachteile: Brennen im Rachen und Husten. Schwierig zu dosieren, verschreibungspflichtig.

Antirauchpille Zyban: Der Zyban-Wirkstoff Amfebutamon (auch Bupropion) ist ein nicht nikotinhaltiges Antidepressivum, das im Gehirn den Drang zügelt, zu rauchen. Die Einnahme beginnt noch während des Rauchens, da die volle Wirkung erst nach acht bis zwölf Tagen einsetzt. Dosierung: An den ersten sechs Tagen eine Tablette, ab dem siebten Tag zwei. Einnahmedauer: sieben bis neun Wochen.
Vorteile: Das Risiko einer Gewichtszunahme ist gering. Nicht nikotinhaltig.
Nachteile: Mögliche Nebenwirkungen sind Schlafstörungen, Schwindel, Mundtrockenheit, Kopfschmerzen, Übelkeit und Hautreizungen. Es besteht außerdem ein erhöhtes Risiko für das Auftreten von Krampfanfällen (Epilepsien). Der verschreibende Arzt muss daher unbedingt Wechselwirkungen mit anderen Mitteln beachten. Verschreibungspflichtig.

Kräuterzigaretten: Sorry, aber zu dieser Entzugs-Idee können wir Ihnen nur Nachteile aufzählen: Zum einen stinken die Zigaretten, als ob man eine ganze Scheune in Brand gesteckt hätte. Zum anderen sind sie ebenso schädlich wie andere Glimmstängel. Zwar enthalten Kräuterzigaretten kein Nikotin, sie weisen aber alle anderen schädlichen Stoffe auf, die auch beim ,normalen‘ Rauchen entstehen: Phenole, Benzol, Schwermetalle... Kräuterzigaretten verursachen also die gleichen Gesundheitsschäden wie gewöhnliche Kippen.

Traubenzucker: Das Hausmittel. Londoner Wissenschaftlern zufolge erleichtert Traubenzucker es, abstinent zu bleiben. Die Forscher gaben 38 frischgebackenen Ex-Rauchern zwölf Gramm Glucose oder ein Placebo. Mit dem Zucker verbesserten sich die Entzugserscheinungen nach zehn Minuten. Ursache dafür könnte der Eingriff des Nikotins in den Kohlenhydratstoffwechsel sein. Ein niedriger Nikotinspiegel weckt ein Bedürfnis nach Kohlehydraten, das als Lust aufs Rauchen gedeutet wird.
Vorteile: Nicht nikotinhaltig, nicht rezeptpflichtig, wirkt schnell und schmeckt.
Nachteile: Wenn Sie die Methode exzessiv anwenden, müssen Sie nach der Raucher-Entwöhnung gleich noch eine Diät dranhängen.

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