Multitasking gibt es wirklich: Multitasking gibt es wirklich

Unterschätzte Gefahr im Straßenverkehr: das Handy
Telefonieren am Steuer: bei 97,5 Prozent der Autofahrern geht die Konzentration flöten

Souverän hinterm Steuer trotz Handy am Ohr? Volle Konzentration bei parallelen Aktionen ist nicht abwegig, aber ziemlich selten

Es gibt sie tatsächlich: Autofahrer, die selbst mit Handy am Ohr die Kontrolle im Straßenverkehr behalten. Aber Vorsicht! Wer sich vorschnell zu den so genannten "Supertaskern" zählt, sollte wissen: Gerade einmal 2,5 Prozent der Menschen ist diese Fähigkeit vergönnt.

"Viele Autofahrer sind der Meinung, für sie sei Telefonieren und Fahren gleichzeitig kein Problem. Fakt ist aber, dass 97,5 Prozent der Menschen zur Gefahr auf der Straße werden, wenn sie sich als Multitasking-Talent versuchen", so Studienleiter Jason Watson von der University of Utah.

Die Forscher berechneten Aspekte wie Reaktionsvermögen, Bremswege oder Gedächtnisleistungen von 200 Personen in einem Fahrsimulator – einmal mit und einmal ohne Telefon. Das Ergebnis: Mit Handy am Ohr schnitten die Fahrer wie zu erwarten deutlich schlechter ab. Umso erstaunlicher war dafür aber die Beobachtung, dass sich eine kleine Minderheit beim Test mit Telefon überhaupt nicht beeinflussen ließ. Sie zeigten keinerlei Beeinträchtigungen.

"Die kognitive Psychologie ist lange Zeit davon ausgegangen, dass es so etwas wie Multitasking gar nicht gibt. Das war ein Fehler", so Watsen. Diese Erkenntnis werft ein ganz neues Licht auf das Phänomen 'Multitasking'. Möglicherweise seien hierfür besondere Hirnregionen verantwortlich oder bestimmte Gene, heißt es in der Studie, die im Fachmagazin Psychonomic Bulletin and Review erschienen ist.

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