Ohrrauschen: Musik hilft bei Tinnitus

Musik hilft bei Tinnitus
Musik in bestimmten Frequenzen soll unliebsame Ohrgeräusche kurzfristig ausschalten

Eine maßgeschneiderte Musik-Therapie hilft, unangenehmes Fiepen im Ohr zu minimieren. Besondere Frequenzen übertönen unliebsame Geräusche

Musik tut Tinnitus-geplagten Ohren gut. Forscher der Universität Münster haben eine Musik-Therapie entwickelt, die das lästige Piepen im Ohr immerhin kurzzeitig bekämpft. Allerdings schlägt die Behandlung nur bei denjenigen an, deren Ohrrauschen eine Frequenz bis zu 8 Kilohertz haben.

Für die Untersuchung wählten die Forscher 20 Personen aus, die an chronischem tonalen Tinnitus litten, also ein Pfeifen oder Piepen hörten. Bei der einen Hälfte der Probanden lag die Tinnitus-Frequenz bei etwa 8 Kilohertz, bei der anderen darüber. Jeder Teilnehmer durfte sich beliebig Musikstücke aussuchen, die sie an 5 Tagen über jeweils 6 Stunden hören sollten. Die jeweiligen Stücke wurden jedoch vorher von den Wissenschaftlern manipuliert. Das heißt: Ihre Frequenz wurde so verändert, dass sie genau von den Bereichen des Hörzentrums verarbeitet werden musste, die auch den Tinnitus auslösen.

Erstaunlicher Weise reduzierten sich die Ohrgeräusche bei den Teilnehmern, deren Tinnitus schwächer als 8 Kilohertz war. Unangenehmes Fiepen und Pfeifen wurde durch die Musik überlagert. Bei den restlichen Probanden zeigte die Behandlung hingegen keinen Erfolg. Allerdings kehrte der Tinnitus auch bei der ersten Gruppe nach einiger Zeit wieder. Für einen dauerhaften Erfolg forschen die Mediziner nun an einer Langzeittherapie gegen den Tinnitus.

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