Muskelverletzungen und Muskelprobleme: Krampf und Überlastung

Muskelverletzungen und Muskelprobleme
Wo zwei Muskeln ziehen, entstehen Krämpfe. Beispielsweise in der Wade

89 Minuten rennen Sie wie ein junger Fußballgott über den Rasen. Dann geht plötzlich nichts mehr: Die Wade streikt. So kriegen Sie Ihre Muskulatur wieder locker, nicht nur auf dem Platz

1. WARM BLEIBEN
Ein Krampf tritt meist dort auf, wo ein Muskel von 2 Gelenken immer wieder gespannt wird – so etwa in der Wade. Ein stechender Schmerz deutet darauf hin, dass etwas nicht in Ordnung ist. "Müde Muskeln sind für einen Krampf besonders anfällig", so Dr. Oliver Dierk, Orthopäde und Mannschaftsarzt des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV. "Er tritt häufig gegen Ende einer sportlichen Aktivität auf." Achten Sie darauf, dass Sie nicht auskühlen, und nehmen Sie ausreichend Flüssigkeit zu sich. Da sind isotonische Getränke ideal. Dierk: "Die enthaltenen Elektrolyte füllen die leeren Mineralienspeicher wieder auf."

2. GUT DEHNEN
Bei einem Wadenkrampf braucht der Muskel Hilfe, um sich wieder zu entspannen. Stretching ist das beste Mittel. Bitten Sie einen Teamkollegen, Ihnen zu helfen. Das Bein so weit wie möglich strecken. Den Fußrücken und die Zehen gemeinsam anziehen, um den Muskel optimal zu dehnen. Nach wenigen Sekunden entspannt sich die Wade. Denken Sie dann aber bloß nicht, dass Sie sofort wieder von 0 auf 100 durchstarten können. "Der Muskel ist immer noch ermüdet", sagt Mediziner Dierk. "Der Krampf kann schnell wiederkommen, solange die Muskulatur nicht ausgeruht ist." Versuchen Sie, den Muskel zu schonen, bewegen Sie sich möglichst ökonomisch.

3. HART ESSEN
Statt sich – wie einst Mario Basler – nach dem Spiel einige Hefeweizen zu genehmigen, werfen Sie lieber eine Handvoll gesalzene Erdnüsse ein. So gleichen Sie den Mineralstoff-Verlust (Kalium, Natrium) aus. Damit sind Sie aber noch nicht aus dem Schneider. "Wenn Sie sich überanstrengt haben, werden Ihre Nerven weiterhin Signale an die ermüdeten Muskeln senden", sagt Dierk. Dadurch kann es sogar nachts zu schmerzhaften Krämpfen kommen. Dehnen Sie deswegen Ihre Muskeln vor dem Zubettgehen noch einmal. Bei häufig auftretenden Krampfsymptomen sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen. "Einen Wadenkrampf sollten Sie keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen", warnt der Orthopäde. Er könnte ein Zeichen für eine ernsthafte Erkrankung sein – beispielsweise Diabetes oder Niereninsuffizienz.

4. KLUG TRINKEN
Ein weiterer Grund, nach dem Spiel aufs Hefeweizen zu verzichten: Alkohol entzieht dem Körper wichtige Mineralien wie Natrium, Magnesium, Kalium und Chlorid. Und leere Mineralienspeicher bedeuten optimale Bedingungen für einen Krampf. "Besonders Kalium ist wichtig für die Nervenübertragung", so Dierk. "Ist der Vorrat aufgebraucht, verursacht das Fehlsignale." Heißt: Ihr Körper ist bei Kaliummangel nicht in der Lage, Ihre Muskeln richtig zu kontrollieren. Generell gilt: Trinken Sie am Abend vor dem Wettkampf nicht mehr als ein Glas Bier oder Wein, am besten aber gar keinen Alkohol, stattdessen Fruchtsaftschorle oder Tee.

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