Sex-Knigge: Nachhilfe in Sachen Erotik

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Guten Sex zu haben, ist nicht einfach. Mit den folgenden Manövern umschiffen Sie alle Probleme

Sex-Knigge: Ein Fest steht bevor

Am schönsten ist die Vorfreude. Der Moment, kurz bevor es losgeht.

Wenn ihre Augen blitzen, weil sie weiß, dass jetzt gleich geküsst wird. Wenn Sie wegen dieses Blitzens wissen, dass sie es auch will. Dann sehen Sie sich noch einen Moment in die Augen, erstrahlen im gegenseitigen Aufblitzen Ihres Glücks und lassen die letzten Wochen des Umeinanderschwärmens noch einmal vorüberziehen.

Die erste Begegnung, die wackligen Knie, die gestotterte Antwort auf ihre Frage, was Sie am Abend machen, das Essen beim Griechen, ihr Lachen, Ihr warmer Bauch und das Gefühl, es mit ihr ewig aushalten zu können, der Sekt in der Bar und ihre Blicke, die Sie durchlöcherten, der Hauch eines Kusses auf Ihrer Wange, sie in der abfahrenden U-Bahn, winkend, traurig, aber erleichtert, das Unvermeidliche bis zum dritten Date hinausgezögert zu haben.

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Sex-Knigge: Die Spannung steigt

Dann heute Abend: Essen beim Italiener. Ungeduld beim Bezahlen, zu hohes Trinkgeld, fünf Treppen in ihre Wohnung.

Sie beide auf der Couch, halbleere und doch ewig volle Weingläser in den Händen. Da ist es, das Blitzen, die Vorfreude ergießt sich in lachendes Feuerwerk. Dann geht es endlich los, und die Probleme beginnen. So ist die Frau an Ihrer Seite gerührt statt peinlich berührt.

Sex-Knigge: Der erste Kuss

Wie schaffe ich es sie zu küssen, wenn ich neben ihr sitze?

Es ist ein gequältes Drehen der Köpfe, ein Zueinander-in-Stellung-Bringen der Gesichter und Münder. Ein Kreisen der Kiefer, ein blöder Witz. Nebeneinander sitzen und knutschen, das geht nicht. Alles, was eben noch bebte und wichtig war, ist jetzt nur noch im Weg: Schultern, Arme, Schlüsselbeine. Eine Schlange müsste man sein, dann wäre auch die Zunge länger. Aber so bekommen Sie das Ding gerade bis an ihre Zähne, und eine professionelle Zahnreinigung ist wohl das Letzte, was sie von Ihnen erwartet. Egal wie Sie den Kopf drehen, Sie kommen nicht an sie ran. Schon merken Sie, wie Ihnen der Schweiß ausbricht.

Sex-Knigge: Gehen Sie auf die Knie

Bevor Sie diese peinliche Veranstaltung wutentbrannt abbrechen, gehen Sie lieber auf die Knie.

Wie bitte? Ja, richtig verstanden! Drehen Sie sich zu ihr, ziehen Sie ein Bein hoch aufs Sofa, knien Sie sich seitlich hin – schon haben Sie ihr das Gesicht zugewandt, ohne den Kuss unterbrechen zu müssen. Vielleicht nimmt sie den Impuls auf, tut’s Ihnen gleich, kniet sich auch hin – dann wird das Küssen gleich viel einfacher. Und das Anfassen auch.

Sex-Knigge: Auch auf die Handarbeit kommt es an

Wo soll ich beim ersten Kuss nur mit meinen Händen bleiben?

Da ist ein Ziehen oder auch ein Drängen. Jedenfalls eine natürliche Bewegung, die, wie Ihnen scheint, Ihre Hände in Richtung ihrer Brüste zieht. Das verstehen wir sehr gut, und das ist nur natürlich. Aber tun Sie das jetzt nicht! Geben Sie dem nicht nach. So passend und vorgegeben dieser Platz für Ihre Pranken scheint: Es ist dafür zu früh. Krallen Sie sich auch nicht in ihre Schultern, als müssten sich Ihre Hände festhalten, um nicht woanders hin abzurutschen.

Sex-Knigge: Versuchen Sie cool zu bleiben

Beruhigen Sie sich, nehmen Sie Abstand von diesem typisch männlichen Zu-viel-und-sofort.

Für den Schweinkram haben Sie später noch alle Zeit dieser Welt. Jetzt gilt es, Ruhe zu bewahren und das Terrain abzustecken. Nein, auch nicht einfach die Arme baumeln lassen – Sie wollen doch nicht wirken wie Grobi aus der Sesamstraße nach Feierabend!

Sex-Knigge: Lassen Sie Ihren Mund die Arbeit machen

Überlassen Sie das Spiel zunächst einfach den Mündern, Ihrem und ihrem.

Legen Sie dabei eine Hand sanft an ihre Wange, wie um nachzufühlen, ob sie auch wirklich da ist, nicht nur in Ihrem Traum. Die andere Hand können Sie noch viel sanfter auf eines ihrer Knie sinken lassen. Das könnte ihr zu brav erscheinen? Nun, dann horchen Sie mal in sich hinein, was dieser Kuss in Ihnen für einen Tropensturm ausgelöst hat. Wie soll es denn ihr da gehen?

Sex-Knigge: Immer schön vorsichtig

Vermutlich fühlt sie Ihre Hand jetzt zentnerschwer, heiß, wuchernd. Also, lieber noch sanfter.

Und wenn das Küssen abklingt, Sie eher die Gesichter aneinanderreiben, sich vielleicht beide in den Halsbeugen des anderen verbergen möchten vor diesem ungeheuerlichen neuen Gefühl, nehmen Sie die Frau einfach mal in den Arm.

Sex-Knigge: Entkleiden, aber richtig

Wie ziehen wir uns aus, wenn wir dabei sitzen oder liegen?

Bei näherer Betrachtung hatte die Urzeit ihre Vorteile. Nicht nur das gute Biofleisch und das Überangebot an nicht gespritztem Gemüse. Auch die selbstverständliche Nacktheit unserer Vorfahren erledigte so manches Problem. Zum Beispiel: Wie ziehe ich einer sitzenden Frau die Jeans aus? Oder: Wie streife ich einer liegenden Frau ihren Pullover über den Kopf, um an die herrlichen Brüste zu gelangen? Vor allem, wenn ich selbst gerade daneben sitze oder liege?

Sex-Knigge: Seien Sie standhaft

Stehen Sie beide auf, erledigen das Stripeinander zügig und in angemessener Eleganz.

Wenn es partout nicht im Stehen gehen soll, beachten Sie folgende wichtige Grundregel: Tun Sie beim einander Ausziehen nicht so, als wollten Sie einander nicht ausziehen! Nichts ist peinlicher als das verhohlene Herumgezupfe, bei dem beide so tun, als seien ihre Finger nur zufällig an diesen Knopf oder Reißverschluss geraten

Sex-Knigge: Gehen Sie in die Waagerechte

Wenn Sie sitzen und nicht stehen wollen, legen Sie sich hin.

Einem sitzenden Menschen können Sie nicht die Hose ausziehen – er bekommt sie einfach nicht über den Kopf. Wenn Sie dann also liegen, zum Beispiel auf dem Boden vor der Couch, zelebrieren Sie das Ausziehen ein wenig. Keine Moulin-Rouge-Nummer, nur ein paar wissende, schmutzige Blicke und direkte, eindeutige Handgriffe an Hosensäume und Gürtelenden. Je eher und je ehrlicher Sie das Ganze hinter sich gebracht haben, desto besser. Moment mal! Nicht einfach alles kaputtreißen! Das wäre einfach und teuer und einfach blöd, weil sie an diesem D&G-Teil hängt. Es ist genauso wie beim Sport: Wahre Könner genießen auch den anstrengenden Teil.

Sex-Knigge: Ein bisschen Ruhe ins Spiel bringen

Und wo bleibe ich mit meinem Arm, wenn ich auf der Seite liege?

Ein wenig Ruhe ins Spiel zu bringen, tut immer gut. Bevor Sie sich mit aller Macht auf sie stürzen, können Sie einander gegenüber auf der Seite liegen und ein bisschen schmusen. Das Gute daran: Mit der freien Hand können Sie hier und dort ein wenig anfassen, ohne sofort das Gleichgewicht zu verlieren. Das Blöde dabei: Sie haben zwei Hände. Wohin mit der anderen? Wenn Sie die einfach so unter ihrer Schulter lassen, dann stirbt sie ab. Das kribbelt zwar, aber nicht gerade erotisch. Wenn Sie den Arm unter ihren Hals legen, ist die Hand zwar frei, aber auch außer Gefecht. denn da hinten gibt es nichts anzufassen. Sie gekrümmt vorm Oberkörper zu halten, sieht nach Lähmung aus, gestreckt nach oben oder unten behämmert. Amputieren? Nicht doch! Legen Sie den Arm um ihre Taille. Dafür hat sie schließlich eine. So lastet nicht allzu viel Gewicht darauf – und Sie haben freie Hand. Etwa, um ein bisschen ihren Po zu kraulen, zu packen oder zu kneten. Was auch immer Ihnen gerade passend erscheint. Nein, wildes Backenflattern ist nie so richtig passend!

Sex-Knigge: Endlich richtig zur Sache kommen

Reinstecken – gerne, Aber wie?

Dem derzeitigen Stand der Wissenschaft zufolge gibt es kein Säugetier, das seine Augen direkt über oder neben seinen Geschlechtsorganen hat, auch keinen Menschen. Das freut die Hosenhersteller und die Brillenindustrie, sorgt aber für gewisse Schwierigkeiten beim Geschlechtsverkehr. Fast fragt man sich: Wie haben die Kerle ihren Blindhänger je untergebracht? Es ist doch so: Kaum ein Mann wird seine Liebste zum Vollzug des Aktes auf einen Tisch legen, sie perfekt ausleuchten und mit fachmännischem Blick zwischen ihre geöffneten Schenkel schauen, bis ihm ein „Ah, da!“ entfleucht. Es sei denn, man ist bereits eine ganze Weile verheiratet und hat sich bereits von jedem Schamgefühl verabschiedet. In der ersten Nacht wird es – außer bei den Siffredis vielleicht – eher anders laufen. Verträumte Blicke, gehauchte Seufzer, Sie bringen sich in Stellung, glauben es zumindest, erhöhen den Druck, lauteres Seufzen – und penetrieren ihren Bauchnabel! Ja, so sind sie, die ersten schweren Stunden in Anatomie. Dürfen wir mal? Danke! Also: Was machen Sie, wenn Sie allein sind und an Sex denken? Genau, Sie nehmen Ihren Dominik in die Hand. Warum nicht auch jetzt? Hände haben zwar auch keine Augen, aber mit ihnen kann man fühlen und lenken. Stützen Sie sich mit einer Hand auf dem Bett oder Boden ab, halten Sie mit der anderen Ihren Tauchsieder und geleiten Sie ihn an die richtige Stelle. Reiben Sie vorher ruhig ein wenig den Kopf Ihres Genossen durch ihre feuchte Blöße, das erhöht die Spannung und hilft dabei, den Weg zu finden. Und wenn die Hitze am größten, der Weg am nassesten, der Widerstand am kleinsten ist, lassen Sie dem Ding einfach seinen Lauf.

Sex-Knigge: Die Hände sollten überall sein

Wie fasse ich meine Partnerin an, wenn ich auf ihr liege?

Es gibt diese Szene wohl in jedem Pornofilm: Da liegt – oder besser: schwebt – ein Mann vögelnd über einer rücklings hingespreizten Frau und stützt sich mit beiden Händen auf ihren Brüsten ab. Natürlich schreit er dabei wie Dschingis Khan und poppt auf das arme Mädchen ein, als gelte es, eine neue Röhre für den Gotthardtunnel zu sprengen. Kann man machen. Kommt aber nicht so sensibel rüber. Vorteil der Dschingis-Khan-Nummer: Er schafft es, sich abzustützen und zeitgleich seine Partnerin anzufassen. Das ist sonst gar nicht so leicht. An dieser Stelle eine Gegenfrage: Warum wollen Sie überhaupt irgendwo hinfassen? Es gibt dafür zwei mögliche Gründe. Zum einen kann Ihr Bedürfnis sie zu betasten enorm groß sein. Dann schaffen Sie es aber auch, sich ab und zu nur auf einen Arm zu stützen. Zum anderen besteht die Möglichkeit, dass Sie in Ihrem pflichtschuldigen Eifer meinen, Sie müssten irgendetwas machen. Das tun Sie aber doch schon!

Sie dringen mit einem Gegenstand von nicht unerheblicher Größe in sie ein – und dabei bewegen Sie sich auch noch, rhythmisch und verzögernd. Und zwar nicht nur auf und ab, sondern auch hin und her und im Kreise, weil Sie das in Ihren von wollüstigen Frauen geschriebenen Sex-Büchern so gelesen haben. Dabei muss man sich doch irgendwo festhalten dürfen! Schon klar, Sie haben auch davon gehört, wie dieselben wollüstigen Frauen davon schwärmten, ein perfekter Liebhaber schaffe es, mit seinen Händen überall zugleich zu sein. Blablabla! Männer wünschen sich, dass Frauen einen erigierten Penis, egal welcher Größe, ganz in den Mund nehmen können. Kann eben nicht alles klappen. Träume und Fantasien. Will sie angefasst werden, muss sie eben nach oben. Grüßen Sie sie von uns und sagen Sie ihr das.

Sex-Knigge: Versuchen Sie zu zaubern

Soll ich mich mit den Händen oder den Ellenbogen abstützen?

Das mit dem Schweben geht also nicht, und auch das Abstützen wird auf Dauer zur Qual. Nun heißt es: Männer, die sich beim Sex einfach auf ihre Frau fallen ließen, seien schlechte Liebhaber. Aber davon soll hier keine Rede sein. Wenn Ihre Arme endlich Pause haben, können Ihre Hände endlich spielen. Fassen Sie an ihren Kopf, ihren Hintern, ihre Brüste, stecken Sie ihr die Finger in den Mund und lassen Sie sie daran lutschen. Sie wird nicht merken, dass Sie sich nicht mehr abstützen. Sie wird denken: Der schafft es ja, mit seinen Händen überall zu sein. Und das erhöht bekanntermaßen die Chancen auf einen richtig intensiven Blowjob, ein bisschen später.

Sex-Knigge: Den Dreh raus haben

Wie drehen wir uns um, ohne dass er dabei rausrutscht?

Einfach so aufhören und wieder neu anfangen, das ist keine Kunst, das ist bloß Popperei. Die Krönung ist es, wenn der König beim Umtopfen in seinem Schloss bleibt. Da liegt der Impuls nahe, sich wie beim Ringen einfach seitlich herumzuwerfen. Sie ringen aber nicht, Sie haben Sex. Ihre Unterleiber dürfen sich nicht voneinander fortbewegen. Na klar, Sie kann ihre Beine neben Ihre strecken, aber die Gefahr des Herausgleitens bleibt. Besser: Sie richten sich mit ihr am Arm nach hinten auf, bis sie auf Ihrem Schoß sitzt. So können Sie eine kleine Zwischenstrecke zurücklegen. Irgendwann befreien Sie seitlich Ihre Beine, lassen sich auf den Rücken fallen. Dann kann sie da oben mit Ihnen machen, was sie will.

Sex-Knigge: Gemeinsam ins Ziel kommen

Was machen wir, wenn wir nicht gleichzeitig kommen?

Gehen Sie einfach mal davon aus, dass es beim ersten Mal nicht klappt mit der gemeinsamen Ankunft. Und seien Sie sicher, dass das beim ersten Mal auch nicht ihr Ziel ist, dafür ist sie wahrscheinlich zu nervös. Wenn Sie beide merken, dass es nicht geht, hören Sie einfach auf. Es wird schon noch weitere Gelegenheiten geben. Zum Beispiel in einer guten halben Stunde, wenn sie schweißnass am Fenster steht und ihr phänomenales Fahrgestell im Mondlicht glänzt. Wenn Sie kommen und sie noch will, bleiben Sie einfach in ihr und lassen sie machen. Sie weiß am besten, wie sie dahin gelangt. Unterstützen Sie sie nach Kräften. Kommt sie vor Ihnen, können Sie sich gratulieren – es kann nicht völ-lig langweilig für sie gewesen sein. Vielleicht täuscht sie einen Höhepunkt vor, weil es ihr zu lange gedauert hat? Jedenfalls sollten Sie nicht auf Erfüllung des Vertrages bestehen. Besteht sie allerdings darauf, wäre dies die Zeit für den angesprochenen Blowjob. Gehen Sie sich kurz waschen, und dann viel Spaß!

 
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