Natürlich stärker: Mit Jungle-Fit zum Tarzan-Body

Das Wald-Workout – Interview mit JungleFit-Trainer Christo Förster
Jungle-Fit-Trainer Christo Förster im Men's-Health-Interview

Für das optimale Total-Body Workout brauchen Sie keine Fitnessgeräte. In der Natur finden Sie alles was Sie brauchen

Das Workout im Wald
So vielseitig wie der menschliche Körper ist der Ansatz von Försters Trainingskonzept, dem er den Namen Jungle Fit gegeben hat. In verschiedenen Kulturen und auf heimischen Spielplätzen hat er 9 Grundbewegungsformen ausgemacht, die den Kern seines Trainingsprogramms bilden. "Es geht hier nicht darum, die Muskeln maximal aufzupumpen, sondern darum, dem Körper ein Maximum an Leistungsfähigkeit und Bewegungsfreiheit zu verschaffen." Eben die Bewegungsfreiheit, die den Mann schon durch steinzeitliche Gefilde gebracht hat – in den letzten 10 000 Jahren hat sich am menschlichen Organismus genetisch nämlich nicht viel getan. Zudem modellieren Sie Ihren Körper mit dem Wald-Workout ganz automatisch zum Tarzan-Body. Wichtig sind zwei Dinge: erstens ein spielerischer Umgang mit dem Training, zweitens stetig wechselnde Belastungen, die Sie kräftiger, ausdauernder, beweglicher und flinker machen, Fettdepots sprengen und vor Verletzungen schützen. Der letztgenannte Aspekt beinhaltet, dass Sie nur in Wäldern trainieren, die Sie gut kennen, damit Sie nicht von einem morschen Ast fallen.

Trainieren wie ein Tier
"Eine klassische Jungle-Fit-Einheit kombiniert natürliche Trainingsstationen mit dazwischenliegenden, kurzen bis mittellangen Läufen", so Förster. Eine Einheit kann je nach Anzahl der Übungen und Laufdistanzen zwischen 30 und 90 Minuten dauern. "Feste Vorgaben gibt’s da nicht, jedes Training sollte möglichst einmalig sein", sagt der 35-Jährige. Das fängt schon mit dem Warm-up an, in das Förster zum Beispiel diverse Animal Walks integriert: hüpfende, kriechende und krabbelnde Fortbewegung auf allen Vieren. Sind die Muskeln nach rund 10 Minuten warm, folgt eine kurze, intensive Sprinteinlage zur ersten Station. Von da an gilt für den Rest des Trainings: Je mehr Abwechslung Sie in die Einheit bringen, desto mehr kommt Ihr Körper aus dem Trott – und desto effektiver ist das Training. Das Wechselbad der Bewegungen und Belastungen sorgt zudem dafür, dass Sie nie auf einem Leistungslevel stehen bleiben, sondern sich stetig weiterentwickeln. Mit 2 bis 3 Einheiten pro Woche sind Sie gut bedient. Dank der stets andersartigen Belastungen spricht absolut nichts dagegen, dem Gehölz täglich einen Besuch abzustatten.

Trainieren im Wald, so funktioniert's
Das Wald-Workout besteht überwiegend aus Eigengewichtsübungen

Boden und Borke schulen den Body
Das Wald-Workout besteht überwiegend aus Eigengewichtsübungen, es kommt komplett ohne Geräte aus. Das bringt jede Menge Vorteile. Förster: "Sie sprechen damit immer mehrere Muskelgruppen an, häufig sogar den ganzen Körper. Auf die Art und Weise wird nicht nur das Zusammenspiel der Muskeln verbessert, auch Abstimmungsprozesse zwischen Hirn, Nerven und Muskeln werden optimiert." Sie lernen, sich intuitiv richtig zu bewegen. Das verbessert Körperhaltung und Leistungsfähigkeit, macht Sie weniger verletzungsanfällig.

Barfuß am Baum
Doch nicht nur auf der muskulären Ebene bringt Sie das Outdoor-Training weiter. Der permanente Kontakt mit Boden und Borke, die voller Unebenheiten stecken, verbessert Ihre gesamte Motorik. Das Gehirn bekommt pausenlos neue Impulse für die Bewegungssteuerung. Förster rät in diesem Zusammenhang, möglichst barfuß zu trainieren – oder in Barfußschuhen, die Ihre Füße nicht künstlich stützen und somit jeden Schritt zu einem neuen Erlebnis machen. "Am Baum haben Sie barfuß auch am meisten Halt und schützen die Rinde der Bäume", erklärt der Coach. Der direkte Kontakt zu Stamm und Ästen aktiviert außerdem Zellen und Blutgefäße in und unter der Haut. Sogar über kleine Schürfwunden, die beim Waldmeister-Workout nicht ausbleiben, können Sie sich freuen: Die stimulieren das Immunsystemzusätzlich – der Aufenthalt an der frischen Luft ist den Abwehrkräften ohne-hin zuträglich. Das ist Regeneration pur, hier bleibt jede Art von Stress im Dickicht hängen.

Sie sehen: Mit diesem Training im Gehölz machen Sie sich nicht zum Affen, sondern zum Wald-Champion. Und Sie erleben eine Freude anBewegung, die Sie so seit Ihren Kindheitstagen nicht mehr empfunden haben. Warum stehen Sie noch da und schlagen Wurzeln? Folgen Sie dem Ruf der Wälder! Schon bald wird Sie so leicht nichts mehr vom Baum holen.

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