Natürliche Aphrodisiaka: Spanische Fliege und Yohimbin

Vorsicht, er wird hart
Auch wenn es natürliche Wirkstoffe sind – einige Aphrodisiaka sind nicht zu empfehlen

Einige der potentiellen Lustverstärker aus der Natur sind gefährlich. Was Sie beim Umgang mit der berüchtigten "Spanischen Fliege" & Co beachten müssen

Yohimbin
Yohimbin, das aus der Rinde des afrikanischen Yohimbe-Baums gewonnen wird, ist in zahlreichen Aphrodisiaka (so benannt nach der griechischen Liebesgöttin Aphrodite) enthalten. „Yohimbin ist eines der ältesten Aphrodisiaka. Schon die Ägypter haben es zur Potenzsteigerung eingesetzt“, erklärt der Urologe Dr. Wolfram Haas aus Waldkirch. „Von allen in Deutschland erhältlichen Aphrodisiaka ist Yohimbin wahrscheinlich das wirkungsvollste.“ In einer placebokontrollierten Studie, die an der TU München durchgeführt wurde, profitierten 71 Prozent der insgesamt 83 Versuchspersonen mit Erektionsstörungen von der Einnahme der Yohimbin-Extrakte. Die Wirkung beruht wahrscheinlich auf einer Erweiterung der Blutgefäße und einer dadurch verbesserten Durchblutung des Beckens. Zudem wird offenbar auch die Nervenübertragung in den unteren Abschnitten des Rückenmarks verbessert. Das ist für die sexuelle Stimulation notwendig. Auch ein stimmungsaufhellender Effekt wird dem Yohimbin zugeschrieben. Doch keine Wirkung ohne Nebenwirkung. Und die können bei Yohimbin durchaus beträchtlich sein. Deshalb sind Präparate mit einem höheren Yohimbin-Gehalt rezeptpflichtig.

Nebenwirkungen: Zittern, bei Überdosierung Herzrasen, Halluzinationen, Bewußtlosigkeit, Blutdruckanstieg, Schlaflosigkeit.

Spanische Fliege
Cantharidin, der Inhaltsstoff der Spanischen Fliege, wird aus einer Laufkäferart (Kanthariden) gewonnen und schon seit Jahrhunderten zur Steigerung der Lust eingesetzt. Doch die therapeutische Breite, also der Abstand zwischen der wirkungsvollen und der gesundheitsschädlichen oder tödlichen Dosis, ist bei diesem Aphro­­disiakum schmal. „Die Spanische Fliege wurde auch als Gift für Hinrichtungen, Morde und sonstige Schandtaten verwendet“, warnt Dr. Rätsch. „Im Laufe der Geschichte sind sicher viele Menschen, die die starke Wirkung auf das Geschlecht genießen wollten, in den Armen ihrer Geliebten kläglich umgekommen.“ Aufgrund der zum Teil ernsten Nebenwirkungen ist die Spanische Fliege in den westlichen Ländern inzwischen verboten worden. Anderswo (Mexiko, Marokko) wird das heikle Aphrodisiakum jedoch durchaus noch verwendet.

Nebenwirkungen: Hodenentzündungen, starke Bauchkoliken, Mundbrennen, Erbrechen, Blu­tun­gen, Verätzungen und Schmerzen beim Wasserlassen.

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