Unerwünschte Effekte: Nebenwirkungen von Heilkräutern

Vorsicht: Nebenwirkungen!
Johanniskraut kann unerwünschte Symptome mit sich bringen

Achtung: "Rein pflanzlich" heißt nicht automatisch frei von jeglichen Nebenwirkungen

Pflanzliche Arzneimittel sind zwar in der Regel verträglicher, trotzdem sollten Sie den Beipackzettel lesen. Denn unerwünschte Wirkungen sind möglich. Die Liste der unerwünschten Folgen liest sich wie der Beipackzettel von gewöhnlichen Medikamenten: Bluthochdruck, Depressionen, Herzrhythmusstörungen, Schlaflosigkeit, Nierenversagen, Leberschäden, Durchfall.

Professor Peter Schönhöfer vom Institut für klinische Pharmakologie am Bremer Zentralkrankenhaus warnt vor allem vor Immun-Reaktionen: Allein für die beliebten Echinacea-Extrakte sind 111 Fälle starker allergischer Reaktionen bekannt. Zehn davon lebensbedrohlich, vier tödlich. Auch bei Mistelpräparaten rät der Pharmakologe zur Vorsicht: "Mir sind zwar wenige Fälle bekannt, einige waren jedoch lebensgefährlich." Und wenn man Heilkräuter nicht in Apotheken oder im Fachhandel kauft, dann wächst diese Gefahr.

Chinesische Diätpillen haben die Nieren von rund 100 Belgierinnen zerstört. Ein Fernost-Kräutermix gegen Neurodermitis schädigte die Nieren von zwei Briten schwer. Die Mittel enthielten die hochgiftige Osterluzei, eine hier seit 1981 verbotene Heilpflanze. Wer auf hiesige Pflanzen setzt, ist eher auf der sicheren Seite. Bei schweren Krankheiten wird allerdings oft so hoch dosiert, dass schon mal unerwünschte Effekte auftreten.

Die letzte Entdeckung betrifft das populäre Johanniskraut: Danach verringert ein hochdosierter Extrakt die Konzentration des Herzmittels Digoxin im Blut um ein Viertel. Es wird inzwischen erwogen, verschreibungspflichtig zu machen.

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