Neue HNO-Therapie: Nervengift hilft gegen Tinnitus

nervtötender Tinnitus
Die ständigen Ohrgeräusche lassen Patienten oft verzweifeln

Das Anti-Falten-Gift Botox schwächt chronische Ohrgeräusche ab indem es Nerven im Ohr lähmt

Botox verbannt offenbar nicht nur Falten aus dem Gesicht sondern auch Pieptöne aus dem Ohr. So verbesserten sich in einer amerikanischen Studie Tinnitussymptome durch das Nervengift.

Die Wissenschaftler des California Ear Institute in San Ramon spritzten den Testpersonen gering dosiertes Botox ins Ohr. Nach vier Monaten wurde die Prozedur mit einem Plazebo wiederholt. Das Ergebnis: Nach der echten Botoxbehandlung verbesserten sich die Ohrgeräusche bei zwei Dritteln der Probanden. Die Plazebobehandlung hingegen empfand derselbe Anteil als Verschlechterung.

Die genauen Ursachen von Tinnitus sind noch nicht geklärt, Experten vermuten jedoch eine Fehlfunktion des vegetativen Nervensystems. Das reguliert normalerweise unwillkürliche Körperfunktionen wie Herzschlag, Atmung und Gehör. Genau dort vermuten die Wissenschaftler, könne Botox ansetzen. Das Nervengift wirkt, indem es Botenstoffe blockiert und so die Reizweiterleitung unterbricht. Ohrgeräusche werden folglich nicht an das Gehirn weitergeleitet. Außer zu schönheitschirurgischen Zwecken wird Botox auch zur Behandlung von Spasmen, gegen Schielen und übermäßige Schweißbildung eingesetzt.

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