Bandscheibenvorfall: Neue Art von Schmerzen

Eine Stunde für einen starken Rücken
Seine Rückenschmerzen kamen nicht von den Bandscheiben

Rückenschmerzen können auch von den Bandscheiben selbst ausgelöst werden. Diese Entdeckung erklärt, warum Rückenleiden oft nicht geheilt werden

Haben Sie Rückenschmerzen und keine Therapie schlägt an? Dann ist die (Er)lösung vielleicht nah: Wissenschaftler haben eine neue Art von Rückenschmerzen entdeckt, die direkt aus den Bandscheiben kommt und nicht von einem Bandscheibenvorfall herrührt.

"Es handelt sich um einen isolierten Bandscheiben-Schmerz. Das heißt: Die Bandscheibe selbst tut weh. Ohne Vorfall, ohne auf Nerven zu drücken und ohne Entzündungen hervorzurufen", erklärt Dr Schneiderhan auf dem 3. Interdisziplinären Rückenschmerzsymposium in München.

Schmerz in der Bandscheibe

Die Bandscheibe: Sie kann auch isoliert schmerzen

Bisher nahm man an, dass Bandscheiben gar keine Nervenfasern besitzen, folglich nicht schmerzen können. Aber wenn eine Bandscheibe abgenutzt oder ein Vorfall aufgetreten ist, können kleine Blutgefäße oder Schmerzfasern in das Innere der Scheibe sprießen. Außerdem bilden verschlissene Bandscheiben Schmerzhormone, die über das Rückenmark ins Gehirn geleitet werden.

Bei etwa jedem dritten Patienten fand Schneiderhan diesen sogenannten intradiskalen Schmerz. Für ihn ist das die Erklärung dafür, dass viele der 100 000 jährlichen Bandscheiben-Operationen erfolglos bleiben. Hilfe kann wohl nur die Operation mit einem Mikrolaser bringen, der die Schmerzstellen in der Bandscheibe verödet.

An intradiskale Schmerzen könnten Sie leiden, wenn die ihre Beschwerden besonders nach längerem Stehen, kleinen Lagenwechseln oder Drehen im Bett auftreten. Bei einem Bandscheibenvorfall würden sich dagegen die Schmerzen eher bei starker Belastung bemerkbar machen.

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