Deos: Neuer Wirkstoff gegen Schweiß

Riecht's. ist's aus
Albtraum: Achselschweiß vor Zuhörern

Forscher haben einen verbesserten Stink-Stopp für Deos entwickelt, der den Bakterien unterm Arm wegschnappt, was sie zum Leben brauchen

Britische Forscher haben eine neue Methode entwickelt, Achselgeruch auf den Leib zu rücken: Weil frischer Schweiß selbst riecht nicht, haben sie es gleich auf die Bakterien abgesehen, die den Schweiß auf der Haut zersetzen, wodurch Körpergeruch erst entsteht. Zwei Chemikalien in dem neuen Deo sollen deshalb Eisen-Atome abfangen, die mit dem Schweiß ausgesondert werden. Dadurch werden die Körperbakterien ausgehungert, denn sie benötigen das Eisen, um sich zu vermehren.

Normalerweise macht der Alkohol in den Deos den Bakterien den Garaus. Allerdings ist dessen Wirkung zeitlich begrenzt, da Alkohol schnell verfliegt und sich übrig gebliebene Mikroorganismen dann ungehindert vermehren – und der Schweiß anfängt zu stinken.

Chemiekeule für den Stink-Stopp
Das neue Deo stellte Andrew Landa vom Unilever-Forschungszentrum in Port Sunlight auf der Hauptversammlung der Amerikanischen Gesellschaft für Mikrobiologie in Salt Lake City vor. Und neu darin ist die Mixtur von zwei Chemikalien, DPT (Diethylentriaminpentaessigsäure) und BHT (Butyliertes Hydroxytoluen), die beide Eisen aus dem Schweiß binden können.

In einem groß angelegten Versuch mit 8000 Achselhöhlen schnitten die Kombination der beiden Substanzen als Stinkstopper über 24 Stunden am besten ab, sagt Landa. Über einen Zeitraum von zwei Wochen angewendet, reduziert das Mittel die Anzahl der Bakterien unter den Achseln angeblich um 90 Prozent.

Unilever gehören mit Rexona und Axe die zwei größten Deo-Marken der Welt. Der Konzern gab zwar noch nicht bekannt, ob er ein Deo mit den Wirkstoffen auf den Markt bringen will, hat aber schon die entsprechenden Patente für Europa und Amerika angemeldet.

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