Strong for Life: Nicolas Jacobi CEO und Nationalspieler

Nicolas Jacobi Hockey-Nationalspieler
Nicolas Jacobi CEO und Nationalspieler

Haben Sie schon mal etwas von Mieter-Matching gehört? Wenn nicht, wird sich das bald ändern: Nicolas Jacobi (29), Gründer des Immobilien-Startups Immomio, ist auf dem besten Weg den Immobilienmarkt in Deutschland viel einfacher für alle Beteiligten zu gestalten.

Von Jacobi haben Sie schon mal gehört? Richtig, er ist der Torwart der deutschen Hockey-Nationalmannschaft, die sich aktuell auf die Olympischen Spiele in Rio vorbereitet. Das Multitalent hat uns verraten, wie er es schafft, auf zwei Hochzeiten zu tanzen und dabei Top-Leistungen abzurufen.

Wo befindest du dich gerade?

Im Flugzeug Richtung London, um mit der Nationalmannschaft an einem Vorbereitungsturnier für die Olympischen Spiele teilzunehmen.

Wer oder was bist du?

Bereits im Alter von 6 Jahren habe ich mit dem Hockey spielen begonnen. Seit 2008 spiele ich in der Nationalmannschaft, mit der ich die Goldmedaille bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewinnen konnte – mein bisher größter sportlicher Erfolg. Parallel habe ich meinen Master in Business Administration gemacht und bin nach dem Abschluss zunächst bei der DONNER & REUSCHEL Privatbank tätig gewesen, bevor ich im November 2014 mit meinen Mitgründern Immomio ins Leben gerufen habe.

Mit Immomio revolutionieren wir den Markt der professionellen Immobilieneigentümer und –verwalter: Wir haben eine Plattform entwickelt, die den gesamten Vermietungsprozess digitalisiert. Durch einen eigens entwickelten Matching-Algorithmus bieten wir Verwaltern eine hochwertige, zuverlässige Bewertung sowie Vorsortierung der gewünschten Idealmieter. Dieser bisher sehr zeitraubende und personalintensive Vorgang wird durch den Einsatz unserer Software automatisiert, wodurch der Zeitaufwand um über 90% verringert wird. Gleichzeitig ermöglichen wir einen transparenten und objektiven Auswahlprozess. Das kommt vor allem den Mietinteressenten zu Gute, die bisher die Leidtragenden ineffizienter Vermietungsabläufe waren.

Ein Wort, das deine Arbeit am besten beschreibt?

Abwechslungsreich.

Wie sieht dein aktueller Arbeitsplatz aus?

Wir sitzen mit Immomio im Herzen Hamburgs am Rödingsmarkt und haben eine Bürogemeinschaft mit einem anderem Immobilien-Startup Asset Profiler. Auf meinem Schreibtisch stehen lediglich mein Laptop, ein Bildschirm und eine Tastatur – ich hasse Unordnung. Das Büro teile ich mir mit meinem Entwicklerteam. Der enge Kontakt zu den Entwicklern ist grundlegend für unsere Kundenorientierung, so dass meine Vertriebserfahrungen unmittelbar in das Produkt einfließen können. 

Office von Nicolas Jacobi

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Wie kam es zu deinem Doppelleben als Hockey-Torwart und Startup-Gründer?

Ich habe mich schon immer nicht nur rein auf meine sportliche Karriere konzentriert. Einerseits lag das daran, dass man, anders als im Fußball, als Hockey-Spieler nicht viel Geld verdienen kann. Andererseits habe ich gemerkt, dass ein monotones Sportlerleben für mich persönlich nicht erfüllend ist. So habe ich stets eine duale Karriere geführt, erst als Student der Wirtschaftswissenschaften und BWL, später dann als Trainee in einer Hamburger Privatbank. Die Pläne, eines Tages ein eigenes Unternehmen aufzubauen, bestanden bei meinen Mitgründern und mir schon länger. Wir haben dann nur einen guten Zeitpunkt abgewartet. Die Einführung des Bestellerprinzips Mitte 2015 war dann eine Chance, die wir nutzen wollten; vor allem, da wir bereits vor einigen Jahren das Immomio zu Grunde liegende Konzept entwickelt hatten.

Was war dabei die größte Herausforderung für dich?

Die Entscheidung zur Selbständigkeit ist mir nicht allzu schwer gefallen, auch weil ich von den Vorständen meines damaligen Arbeitgebers bei meiner Entscheidung bestärkt wurde. Ebenso hatten meine beiden Mitgründer bereits Unternehmererfahrung, was den Start erleichterte. Die größte Herausforderung war und ist es, die Interessen von Immomio und dem Sport zu vereinen, da gerade ein olympisches Jahr einen erheblichen Trainingsaufwand mit sich bringt. Ohne ein perfekt funktionierendes Team wäre diese Doppelrolle nicht möglich.

Wie meisterst du große Herausforderungen?

Ich setze auf eine akribische Vorbereitung, sowohl sportlich als auch beruflich. Es gibt Sicherheit und Selbstvertrauen, wenn man gut vorbereitet ist. Und wenn ich merke, dass ich dadurch nicht Herr der Lage werde, dann suche ich mir Hilfe. Bei Immomio ist es häufig mein Mitgründer Nico Vogelsberger, der bei verfahrenen Situationen den kühlen Kopf und den Überblick behält. Wichtige Entscheidungen treffen wir dann immer gemeinsam, auch wenn das lange Diskussionen bedeutet.

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Du willst mit deinem Startup Immomio die Arbeitsweise für Hausverwaltungen und Wohnungsunternehmen erheblich vereinfachen, indem du den Makler als Mittelsmann überflüssig machst. Würdest du dich als disruptiv bezeichen?

Nein! Die Disruption war die Einführung des Bestellerprinzips nicht die Technik. Das Bestellerprinzip, welches am 01.06.2015 in Kraft getreten ist, regelt in der Immobilienbranche die Provision für Immobilienmakler im Bereich der Wohnungsvermittlung neu. Sie sieht vor, dass Wohnungsvermittler von denjenigen bezahlt werden, welche die Leistung des Maklers bestellen. Wir verändern und vereinfachen mit Immomio den Vermietungsprozess für jedes Unternehmen, egal ob Hausverwaltung oder Wohnungsunternehmen. Tatsächlich befinden sich auch Makler unter unseren Kunden: Sie haben verstanden, dass erfolgreiche Makler in Zukunft effiziente Arbeitsprozesse aufweisen und eine Transparenz dem Auftraggeber gegenüber anbieten müssen. Immomio ermöglicht genau das.

Wie geht’s mit dir und Immomio in Zukunft weiter?

Wir werden Immomio weiter entwickeln und bald neue, revolutionäre Funktionen integrieren. Dabei haben wir nicht nur die Anbieter im Auge sondern auch die Mietinteressenten, denen wir neue Möglichkeiten in der Wohnungssuche ermöglichen werden. Sie sind bisher die Leidtragenden dieses ineffizienten Prozesses. Hier gibt es noch viel Potential für Verbesserungen und Innovationen. Unsere Ideen sind noch lange nicht ausgegangen und unsere Pipeline ist gut gefüllt mit neuen Funktionen.

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Welchen Tipp kannst du Leuten geben, die sich für ein bestimmtes Ziel motivieren wollen?

Es ist immer leichter etwas zu erreichen, wenn man nicht auf sich alleine gestellt ist. Als Unternehmer braucht man ein gutes, motiviertes Team um sich herum. Als Sportler eine ehrgeizige Trainingsgruppe. Die können einen schon einmal über ein Motivationsloch helfen.

Wer inspiriert dich?

Eine für mich sehr inspirierende Persönlichkeit ist gerade leider von uns gegangen – Muhammad Ali. Ich habe viel über ihn gelesen und einige Dokumentationen und Filme gesehen. Er war ein herausragender Sportler und eine bemerkenswerte Persönlichkeit.

Welches Buch liest du gerade?

Von Christoph Keese „Silicon Valley: Was aus dem mächtigsten Tal der Welt auf uns zukommt“

Worin bist du besser als andere und wieso?

Schwierige Frage. Ich habe sicherlich neben meinen zahlreichen Schwächen auch Stärken, aber das vermag ich aber nicht selbst zu bewerten und überlasse dieses Urteil gerne Außenstehenden.

Wir alle scheinen zu wenig Zeit zu haben – hast du einen Hack, um mit deiner Zeit besser umzugehen?

Das Zitat von Michael A. Denck, „keine Zeit gibt es nicht. Nur andere Prioritäten“, gehört definitiv zu meinen Favoriten. Viele beschäftigen sich zu viel mit unwichtigen Dingen. Bspw. sind Push-Benachrichtigungen von Facebook & Co. der größte Feind des effektiven Arbeitens. Dazu kommt, dass man sich mit wichtigen Dingen oft zu spät beschäftigt, so dass man in Stress gerät. Die Kunst liegt darin, die wichtigen Dinge frühzeitig und sorgfältig zu bearbeiten, bevor sie dringend werden und unwichtige Störherde zu vermeiden. Das spart Zeit und Energie. Die ‚Time Management Matrix’ von Stephen Covey ist ein schönes Konzept, das einem dabei helfen kann, effektiv zu arbeiten.

Wie holst du aus dir immer noch 1% mehr heraus?

Gesunde Ernährung, ausreichend trinken und schlafen, dann kommt man schon nahe an die 100%. Der Rest ist Wille und Spaß an der Sache.

Wer sollte diese Fragen als nächstes beantworten?

Moritz Fürste, Direktor Sportmarketing bei der Agentur thjnk und deutscher Hockey-Nationalspieler.

Was bedeutet Strong for Life für dich?

Mut zu haben, um meine eigenen Träume zu verfolgen.

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