Ordnung muss sein: Chaos hält unnötig auf

Ist der Schreibtisch sauber, geht´s früher nach Hause
Ist Ihr Schreibtisch ordentlich, verbringen Sie weniger Zeit mit Suchen

Mit einem ordentlichen Arbeitsplatz haben Sie wieder Zeit gespart. Und auch Ihr Kopf braucht Ordnung – im Notfall mit rabiaten Methoden

-20 min: Lesen Sie quer
In der Schule haben Sie gelernt, Zeile für Zeile zu lesen. Schön blöd – denn so sind Sie kaum schneller, als Sie sprechen können. Ein echter Zeitkiller. „Bei den meisten Bürojobs verbringt man 50 Prozent seiner Zeit mit Lesen“, sagt der Lesetrainer Klaus Marwitz vom Institut für Kommunikation und Zeitdesign in Bonn. Marwitz lehrt das Alpha-Reading, eine Form des Flächenlesens. Dabei schaut man auf Sätze, Absätze und ganze Seiten – und erfasst so die Kernaussage des Textes. Dann nimmt man sich gezielt einzelne Abschnitte vor. „Mit dieser Technik kann man seine Leseleistung um das Drei- bis Fünffache steigern“, erklärt der Experte. Als Einsteiger fangen Sie erst mal mit zehn Minuten Querlesen an. In dieser Zeit schaffen Sie mindestens so viel Text wie zuvor in einer halben Stunde. Gesparte Zeit: 20 Minuten.

-10 min: Ordnen Sie ihren Arbeitsplatz
Auf Ihrem Schreibtisch sieht es aus, als hätte ein Frettchen nach Nahrung gesucht. Doch das stört Sie nicht, denn Sie brauchen das Chaos – stimmt’s? Allerdings: „Wenn Sie so arbeiten, verbringen Sie täglich mindestens 20 Minuten mit der Suche von Unterlagen“, sagt Joachim Tielitz vom Büro-Sortierdienst in Hennef. Heute opfern Sie zehn Minuten dafür, ein Ordnungssystem zu entwickeln. Legen Sie Ablagefächer, Stehsammler und Karteikästen an und beschriften Sie Ihre Ordner. „Weisen Sie dann jedem Zettel, den Sie künftig in die Hand nehmen, einen bestimmten Platz zu“, sagt Tielitz. Damit hat Ihre Suche ab heute ein Ende. Und Sie haben schon wieder zehn Minuten gutgemacht.

-5 min: Lassen Sie sich eine knallen
Brett vorm Kopf? Dann bitten Sie einen Ihrer Kollegen, Sie ordentlich zu ohrfeigen! „Der Adrenalin-Schub, den Sie dadurch bekommen, öffnet Ihre Bronchien und erweitert Ihre Pupillen“, so Professor Carsten Niemitz vom Institut für Humanbiologie und Anthropologie an der FU Berlin. „Das gibt Ihnen die Möglichkeit, sich besser zu konzentrieren“, erklärt er. Bevor Sie heute also in eine fünfminütige Denkblockade geraten, lassen Sie lieber rohe Kräfte walten. So packen Sie diese fünf Minuten nämlich direkt auf Ihr Zeitkonto.

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