Männer im Kreißsaal überflüssig?

Kaum ein werdender Vater würde es heute wagen, der Geburt seines Nachwuchses fernzubleiben. Doch den Frauen tut man damit wohl keinen Gefallen.

Die Anwesenheit des Partners bei der Geburt ist für die meisten Frauen offenbar unwichtig, berichten Frauenärzte aus Cottbuss auf einem Fachkongress in Düsseldorf.

Welche Faktoren für Frauen bei der Geburt wichtig sind – das war die Frage, der die Hans-Harald Riedel und Kollegen vom Carl-Thiem-Klinikum in Cottbus nachgehen wollten. Dazu befragten sie 315 Frauen in den Jahren 1997 bis 1999.

Das Ergebnis: Die Anwesenheit des Partners hatte keinen erkennbaren Einfluss auf die Zufriedenheit der Frauen mit dem Geburtsverlauf.

In guten Händen
Viel wichtiger war den Frauen, ob sie sich professionell betreut fühlten, wie die Geburt verlief und ob das Neugeborene wohlauf war. Darüber hinaus spielte es eine Rolle, ob die Geburt spontan erfolgte oder ein Kaiserschnitt erfolgen musste, ob die Hebamme einen guten Job machte und wie lang die Wehen dauerten.

Beruhigende Nähe
Der einzige Trost für die Männer: Es handele sich um eine nachträgliche Beurteilung, so die Mediziner. Während der Geburt könne die Anwesenheit des Partners sehr wohl beruhigend wirken. Wenn dann alles überstanden sei, ändere sich diese Wahrnehmung aber offenbar.

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