Von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch: Strategien für Karneval 2016

Karneval: Strategien für die tollen Tage
Machen Sie sich nicht zum Affen!

Manche stürzen sich kopfüber in den Karneval: Überlebens-Tipps für die närrische Zeit

In diesem Artikel:

 

Auch wenn jetzt alle Düsseldorfer und Mainzer aufheulen: Wer vollständig im Karnevalstrubel versinken will, versucht das am besten in Köln – denn dort wird nun mal am wildesten gefeiert. In fast allen Firmen und Behörden liegt in dieser Zeit die Arbeit brach, trotzdem gibt es immer ein paar arme Schweine, die zwischen Weiberfastnacht und Aschermittwoch geschäftlich in der Domstadt zu tun haben.

Nur nicht verzweifeln: Mit unseren Tipps kommen Sie da ohne bleibende Schäden durch – egal, ob Sie aus voller Überzeugung (im folgenden Strategie-Tipp A) oder notgedrungen (B) im Trubel der heiteren Tage versinken, weil Ihr japanischer Neukunde unbedingt den Kölner Dom sehen möchte, aber vom Karneval noch nie etwas gehört hat. Der wird sich noch schön wundern.

Außerdem: Hier die wichtigsten Karnevals-Termine für 2016:

Karneval-Termine für 2016

  • Weiberfastnacht 2016: Donnerstag, 4. Februar
  • Rosenmontag 2016: Montag, 8. Februar
  • Fastnacht 2016: Dienstag, 9. Februar
  • Aschermittwoch 2016: Mittwoch, 10. Februar

Warum Krawatten an Weiberfastnacht Pflicht sind

An Weiberfastnacht (der Donnerstag vor Rosenmontag) ist es Brauch, dass die Damen den Herren die Krawatten durchschneiden. Dafür gibt es dann ein "Bützje" (schmatzender Kuss) auf die Wange, mindestens. Deshalb: Binden Sie sich nicht nur einen alten Schlips um, sondern nehmen Sie außerdem Ersatz mit. Wer es auf ein bestimmtes Küsschen abgesehen hat, sollte immer einen Binder in Reserve behalten.

Binden Sie sich bloß keine Fliege um den Hals. "Wer an Weiberfastnacht eine Fliege trägt, kann sich auch gleich ein Schild um den Hals hängen: 'Ich verstehe keinen Spaß'", meint Thomas Brauckmann, Präsident der Kölner Narren-Zunft. Seien Sie kein Spielverderber. Auch Sie haben garantiert irgendeine Modesünde im Schrank hängen, die ohnehin den Tod durch Zweiteilung verdient hat. Lassen Sie sich das Teil halt durchschneiden, und gut. Ihnen macht der Gedanke, von bunt angemalten, beschwipsten, kreischenden Frauen betatscht und geküsst zu werden, bereits zwei Tage vorher Albträume? Dann schneiden Sie den Schlips gleich selber durch. Die traurigen Überreste um Ihren Hals verschaffen Ihnen Ruhe – vielleicht.

Nur Perücke? In Sachen Karnevals-Kostüm geht hier aber noch einiges
In Ihrem Karnevals-Kostüm sollten Sie sich vor allem rundum wohlfühlen

Karnevalskostüme: richtig verkleiden an Karneval

SCHMINKE: Bekennen Sie jetzt Farbe! "Fetthaltige Theaterschminke deckt perfekt, verursacht aber bei machen Menschen Allergien", sagt Caroline Mertes vom Online-Shop karnevalscenter.de. Besser ist Aquaschminke, die ist hautverträglicher und wasserlöslich. Damit Ihre Kriegsbemalung nicht abfärbt, tragen Sie darüber Puder auf. Farbige Schminke lässt sich nach einer langen Nacht übrigens rückstandslos entfernen - mit Wasser und Seife.

KARNEVALSMASKE: Also ehrlich, die King Kong-Maske ist der Brüller! Aber darunter staut sich eine solche Affenhitze, dass Ihnen die Luft wegbleibt. "Machen Sie die Atemlöcher für Mund und Nase einfach größer. Schneiden Sie Öffnungen für die Ohren hinein. Und falls die Maske Haare hat, stechen Sie einiger Löcher in die 'Kopfhaut'."

PERÜCKE: "Langhaarperücken von vorne über die Stirn nach hinten ziehen", sagt die Expertin. Damit alles sitzt, sollte innen ein Elastikband sein. Gegen Juckreiz hilft eine Duschhaube unter der Perücke – obwohl’s eigentlich gut zum Affenkostüm passt, wenn Sie sich kratzen.

KOSTÜM: Besorgen Sie sich Ihre Verkleidung eine Nummer größer, damit Sie etwas Warmes darunter tragen können (falls Sie hinaus in die Kälte müssen).

Allergie und Hautausschlag durch durch Faschingsschminke

Wer einer Allergie durch Faschingsschminke möglichst aus dem Weg gehen möchte, sollte unsere Tipps beachten

  • Lesen Sie auf der Verpackung die Inhaltsstoffe der Kosmetika, um eventuelle Allergieauslöser auszuschließen. Falls keine Liste vorhanden ist, fragen Sie das Fachpersonal um Hilfe.
  • Wenn das Haltbarkeitsdatum der Schminke überschritten ist, sollten Sie die Finger davon lassen. Kleiner Tipp: Abgelaufene Produkte setzen sich mit Flüssigkeit ab und riechen ranzig.
  • Vor dem Schminken sollten Sie auf Ihre Haut eine reichhaltige Creme auftragen. Tragen Sie die Schminke dünn auf – so kann Ihre Haut besser atmen. Achtung: Benutzen Sie Karnevalsschminke nicht zu oft und nicht auf großen Flächen.
  • Testen Sie die Schminke, indem Sie zwei Tage vor dem Einsatz eine kleine Menge innen auf Ihren Unterarm auftragen und mit einem Pflaster abdecken. Wenn sich nach zwei Tagen keine Reizungen zeigen, können Sie die Kosmetika sorglos benutzen.
  • Nicht vergessen: Schminken Sie sich hinterher gründlich ab. Falls Sie mit Wasser und Seife wenig Erfolg haben, benutzen Sie ein Papiertuch und Creme.
Frauen lieben Verkleiden - nicht nur an Karneval
Liebe Männe, bitte auf Händen tragen!

Was Karnevalskostüme und Verkleidung über Frauen verraten

Die Prinzessin: Diese Frau will vor allem eines: auf Händen getragen werden. "In einem Prinzessinnenkleid offenbart sich eine romantische Sehnsucht nach Ritterlichkeit und Aufmerksamkeit", sagt Rolf Schmiel, Psychologe aus Essen. Etwas sollten Sie aber auf jeden Fall beachten: "Auch wenn ein Kostüm Rückschlüsse auf die Persönlichkeit zulässt, gilt das nicht universell für alle Frauen."

So landen Sie bei ihr: Machen Sie ihr den Hof, indem Sie ihr Ihre ungeteilte Aufmerksamkeit schenken. Sorgen Sie dafür, dass Ihre Sissi im Mittelpunkt steht, von Luxus umgeben ist. Ach ja, kommen Sie bloß nicht auf die Idee, ihr ein Kölsch auszugeben, ein Cocktail ist das Mindeste.

Die Teufelin: Eine Frau mit Hörnern hat eigentlich oft den Charakter eines Engels. "Sie ist jedoch bereit, Sünden zu begehen, um das auszugleichen, was ihr in der Realität fehlt", sagt Experte Schmiel. Vorsicht also vor der Ernüchterung, wenn Sie ihr die Hörner abnehmen und der närrische Trubel vorbei ist!
So landen Sie bei ihr:
 Um an sie ranzukommen, müssen Sie hartnäckig sein. Wenn die Teufelin Sie schroff abweist, bleiben Sie trotzdem dran und lassen nicht locker. Ein harscher Umgangston gehört zu ihrer Verkleidung.

Die Krankenschwester: Diese Verkleidung ist sowohl bei Männern als auch bei Frauen beliebt: "Männer verbinden damit vor allem sexuelle Fantasien", so Schmiel. Und Frauen wissen das. Gut: Je knapper das Kostüm, desto offener scheint sie mit Sexualität umzugehen. Schlecht: Das lockt auch Konkurrenten an.
So landen Sie bei ihr: Gehen Sie auf ihre Krankenschwester-Rolle ein, lassen Sie sich umsorgen. Zu viel Schwäche sollten Sie nicht zeigen. Schmiel: "Mimen Sie den harten Kerl mit Wehwehchen."

Die Hexe: Eine dicke Warze, eine Hakennase – was andere auf den ersten Blick abschreckt, sollte Ihr Ziel sein, denn: "Als Hexe verkleiden sich häufig außergewöhnlich schöne Frauen", erklärt der Psychologe. Hintergrund: Eine Frau, die es gewöhnt ist, im Mittelpunkt zu stehen, genießt den Schutz, den die hässliche Maske gewährt, um ungestört feiern zu können. 
So landen Sie bei ihr: Zeigen Sie ihr, dass Ihnen Äußerlichkeiten nicht wichtig sind, und baggern Sie charmant. Wenn aus diesem Flirt mehr werden sollte, ist die Überraschung umso schöner.

Der Clown: Das Kostüm ohne Geschlecht spricht Bände, denn: Eine Frau, die sich als Clown verkleidet, misst der spaßigen und sinnlichen Seite des Karnevals vermutlich keine besonders große Bedeutung zu. "Der Clown ist eigentlich eine traurige Figur", erklärt Schmiel. 
So landen Sie bei ihr: Punkten können Sie bei diesem Frauentyp am ehesten mit Humor, und der darf auch gerne platt sein. Heitern Sie sie auf, egal wie – es ist nur wichtig, dass sie lacht.

Der beste Platz beim Karnevals-Umzug

Ganz vorne sieht man am meisten, kann am besten die Süßigkeiten (Kamelle) einsammeln und entgeht der Gefahr, von einer fliegenden Pralinenschachtel umgemäht zu werden. „Die werden meist mit viel Schwung weiter nach hinten geworfen“, sagt Thomas Brauckmann, der 1997 Karnevalsprinz in Köln war.

Halten Sie sich von Leuten fern, die einen Schirm dabei haben: Manche versuchen, ihn umgedreht aufgespannt zum Fangen von Süßigkeiten zu benutzen. Höchste Gefahr für alle Augen im Umkreis von zwei Metern! Um ein Plätzchen in der ersten Reihe zu ergattern, muss man mindestens zwei, besser drei Stunden vor Ankunft des Zuges da sein.

Auf einer der Tribünen zu sitzen, wird schwer: Der Vorverkauf für die Plätze beginnt schon im Herbst des Vorjahres (Tel. 0221/2580404). Begehrt sind auch die Fensterplätze in den Häusern am Zugweg: die beste Sicht bei vollem Komfort. Keine Beziehungen? Keine Chance! Sie wollen am liebsten selber Bonbons werfen? „Viele Karnevalsgesellschaften nehmen schon Gäste mit, aber eigentlich keine Fremden“, so Thomas Brauckmann. „Eine Spende kann da manchmal helfen.“

Falls Sie es noch nicht wussten: Das sind die Veranstaltungen, bei denen Büttenredner auftauchen. Karten sind ab Herbst erhältlich. Achten Sie unbedingt darauf, welche Garderobe gewünscht wird – das steht auf der Eintrittskarte! Wenn Sie mit Ihrer Partnerin im Neandertaler-Kostüm bei einer Gala- oder Prunksitzung aufkreuzen, auf der alle anderen Anzug und Abendgarderobe tragen, dann werden Sie das Ende dieses Abends wohl kaum erleben. Oder allenfalls mit ausgekratzten Augen.

Glauben Sie nicht, das Thema ginge Sie gar nichts an: Ihr japanischer Geschäftsfreund könnte Sie mit Karten für eine Sitzung überraschen. Was Ihnen übrigens schon ab November passieren kann. Will er Sie ohne Vorwarnung auf eine Kostümsitzung schleifen, disqualifiziert ihn dies eigentlich als Geschäftspartner – doch woher soll ein Japaner das wissen? Also Augen zu und durch: Es gibt Läden, die von der roten Nase zum kompletten Kostüm alles haben.

Überlassen Sie aber den Cowboy-Dress den Zehnjährigen, auch wenn Sie die Gelegenheit, mal wieder mit stinkenden Platzpatronen zu schießen, noch so reizt. Zorro dagegen kommt bei den Frauen gut an – es sei denn, Sie haben eine Figur wie einst Fernsehlegende Dirk Bach. Und das Programm? Kopf hoch: Es ist gar nicht so schlimm, wie’s im Fernsehen oft rüberkommt.

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