Haarige Angelegenheit: Pelz

Pelz – nur etwas für Konfliktfreudige
Outfit von Gucci*

Er versprüht einen Hauch von Luxus – der Pelz. Aber Vorsicht: Beim Tierfell sind moralische Diskussionen vorprogrammiert

TREND 7: MÄNNER IN PELZEN
"Ersparen Sie mir die Diskussion um die armen ­kleinen Tiere, um Nerz-KZs und Persianer-Fehlgeburten. Ich weiß das alles. Und ich würde mir auch nie, nie, nie einen Pelz kaufen!

Trotzdem finde ich sie schön. Als meine Tante starb, hinterließ sie mir einen kurzen, dunklen Kaninchenmantel. Superweich, superwarm, super auf der Haut. Die Kaninchen, die für diesen Mantel sterben mussten, sind einige Jahrzehnte vor mir auf diese Welt gekommen. Damit will ich nur sagen, dass ich nicht ursächlich für ihren Tod verantwortlich bin. Aber alle Welt tut so, wenn ich den Mantel mal trage. Ich muss mich dann so lange rechtfertigen und die ganze Geschichte von meiner Tante und den Kaninchen und der Gnade der späten Geburt erklären, bis ich nicht mehr beschimpft werde.

Und das ist genauso para­noid, wie kleine, weiche Tiere bei leben­digem Leib zu häuten. Also, wenn all die groß­artigen Mäntel, die zurzeit für sündhaft teures Geld in den Läden hängen, eines Tages aus den Pelzen natürlich dahingeschiedener Tiere gemacht sein werden, dann sage ich: Ja, Männer! Tragt Pelze! Aber vorher nicht."
Nina Kuptschek (38) aus Frankfurt

Und was können Sie daraus lernen?
Finger weg von Pelzen, wenn Sie nicht diskutieren, streiten und argumentieren wollen. Wenn man Sie nicht beschimpfen, beleidigen, verunglimpfen und hassen soll. Wenn Sie aber genau das reizt, ­dann tragen Sie doch Pelz!

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*Pelzmantel aus Dachsfell mit großem Revers­kragen um 13 000 Euro, weißer, körperbetonter Rollkragenpullover um 540 Euro, karierte Hose aus Wolle und Seide um 395 Euro, alles von Gucci

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