Kräuter als Vorsorge: Mit Petersilie gegen Darmkrebs?

Acht Meter Darm verbergen sich im Bauch

Wirkstoffe in der Petersilie verlangsamen offenbar das Wachstum von Darmkrebszellen

Petersilie kann mehr, als das Essen verfeinern. Dr. Britta Kubens von der Uni Witten/Herdecke fand heraus, dass die Inhaltsstoffe des Krauts vielleicht die Metastasierung von Darmkrebszellen verzögern oder gar verhindern.

In ihren Experimenten beobachtete die Immunbiologin, dass die Karzinomzellen sich in künstlichem Gewebe gleichzeitig fortbewegen und teilen. Wenn sie Apigenin, einen Inhaltsstoff der Petersilie hinzugab, verlangsamten sich diese Prozesse sichtbar: die Zellen liefen weniger lange, legten eine kürzere Strecke zurück und teilten sich seltener, als Kontrollzellen.

Einziger Nachteil, so Kubens: Apigenin greift erst spät in die Teilung der Karzinomzellen ein. Deshalb überlegt sie, den Wirkstoff mit anderen zu kombinieren. Mimosin zum Beispiel, eine Chemikalie aus dem amerikanischen Wunderbaum, wirkt viel früher. Auch in der Petersilie selbst steckt noch ein anderer Wirkstoff, der die Zellteilung beeinflusst. Diese Stoffe will Kubens untersuchen, und sie dann mit gängigen Chemotherapien vergleichen.

Über den therapeutischen Wert von Petersilie als Kraut kann die Forscherin aber noch nichts sicheres sagen. Aber ungefähr ein Drittel aller Krebspatienten erkranken, weil sie sich schlecht ernähren. Allein in Deutschland sterben jährlich 30000 Menschen an Darmkrebs. Gerade hier wird zur Vorbeugung das Essen von viel Obst, Gemüse und Vollkornprodukten empfohlen. Und wenn man sich vorstellt, dass Petersilie das Potential zum Krebskiller hat, ist das zumindest ein psychologischer Vorteil.

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