Tumor-Vorsorge: Wird das Risiko von Prostatakrebs messbar?

Retter in der Not

Vielleicht ist nun geklärt, warum sich das Prostata-Karzinom in einem Fall ausbreitet und im anderen begrenzt bleibt

Prostata-Krebs ist einer der häufigsten Krebsarten bei Männern. Während einige Typen des Karzinoms nie Probleme bereiten, da sie langsam wachsen und auf die Prostata begrenzt bleiben, sind andere Tumore aggressiv und breiten sich im ganzen Körper aus. Warum das so ist, war bisher unklar. Nun haben Wissenschaftler um Evan Keller von der der University of Michigan ein Gen entdeckt, das eine entscheidende Rolle in der Metastasierung des Karzinoms spielen könnte.

Dieses Gen produziert ein Protein namens RKIP. Das wiederum dürfte das Übersetzen der Krebszellen in benachbarte Blutgefäße verhindern, so die Forscher. Produziert ein Tumor normale Mengen RKIP, kann er sich also nicht ausbreiten. Fehlt jedoch das Protein oder wird es nur in unzureichender Menge produziert, verbreiten sich die Krebszellen über den ganzen Körper.

Diese Untersuchung könnte Ärzten bei der Entscheidung zur idealen Therapie helfen. Tumore, die zu Metastasen neigen, würden mit aggressiven Methoden behandelt. Andere dagegen bräuchten nicht operiert werden und viele Patienten könnten so vor unnötigen Nebenwirkungen bewahrt werden.

Forschungsleiter Keller gibt jedoch zu bedenken, dass Zellen, die in die Blutgefäße eindringen, nicht der einzige Faktor sind, der über die Metastasierung von Krebs entscheidet: "Viele Krebszellen gelangen in den Blutkreislauf, bilden aber dennoch keine Metastasen".

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