Hilfen aus der Krise: Psychosomatische Behandlung

Sportler beim Arzt in der Praxis
Sportsüchtige sollten sich ärztlich behandeln lassen

Nach dem Leistungssport kam die Sportsucht. Heute lernt Paul Oswald wieder, ein Gefühl für Hunger und Sattsein zu entwickeln

Heute — das ist 20 Jahre nachdem er auf jenem Siegerpodest stand. Der 39-Jährige sitzt entspannt in der Cafeteria der psychosomatischen Klinik am Roseneck. Hier ist er seit sechs Wochen in Behandlung. Er wiegt mittlerweile wieder 71 Kilo, sieht gesund aus — ein großer, athletischer Mann in Trainingshose und Turnschuhen, in all seinen Bewegungen leichtfüßiger als viele andere hier. Doch der Weg dahin war nicht einfach. Er musste erst wieder lernen, normal zu essen, ein Gefühl für Hunger und Sattsein zu entwickeln. So ist ein ganz wesentlicher Bestandteil der Therapie das gemeinsame Essen mit den anderen Patienten — am Anfang unter Kontrolle, zu festen Zeiten, mit geregelten Portionen; zum Schluss, wenn alles klappt, selbstbestimmt.

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