Aussortieren und verwandeln: Raum für Erotik schaffen

Die richtige Atmosphäre bestimmt den Wohlfühlfaktor im Schlafzimmer
Ihre Partnerin zeigt sich im Schlafgemach lieber bedeckt? Vielleicht liegt das an der 100-Watt-Birne über der Matratze

Alles, was nicht die Entspannung oder das Liebesleben fördert, sollte aus dem Schlafzimmer verbannt werden

Es gibt also viel zu tun. Was sollte man denn zuerst in Angriff nehmen?
SIE: Als Erstes aufräumen, das ist immer der erste Schritt. Wir machen bei uns zu Hause alles immer in 3 Schritten, wenn wir Räume verändern möchten: 1. aufräumen, 2. planen, 3. einrichten. Wenn man das Ganze so angeht, kann eigentlich nichts schiefgehen.
ER: Aufräumen heißt allerdings nicht nur, die schmutzigen Socken einzusammeln – ausmisten wäre hier wohl das bessere Wort. Für einen Neuanfang im Schlafzimmer sollten sämtliche Gegenstände in 3 Kategorien eingeteilt werden: 1. Dinge, die ich brauche und die im Raum bleiben sollen; 2. Sachen, die ich behalten will, aber nicht im Schlafzimmer; 3. alles, was überflüssig ist – bloß weg damit!

Mal angenommen, man will sein Schlafzimmer in ein Liebesnest verwandeln: Was kommt hinein, was muss raus?
ER: Letzteres ist einfach: Fernseher und Laptop haben wir ja schon angesprochen, Kabelsalat und Schreibtisch auch. Was oft unterschätzt wird: Gegenstände des Ex-Partners oder Dinge, die an vergangene Liebschaften erinnern. Das kann die Bettwäsche sein, aber auch ein Möbelstück. Raus damit! Wie soll man sich auf seine neue Partnerin einlassen, wenn die alte noch im Zimmer herumspukt.
SIE: Aber auch andere Erinnerungen, die beim Schlafen oder beim Sex stören, müssen raus. Wir sprechen gerne von aufgeladenen Gegenständen: Wenn Sie etwa ein bestimmtes Objekt mit dem verstorbenen Großvater assoziieren, sollte auch das entfernt werden. Alles, was nicht Schlaf, Entspannung und Erotik fördert, sollte einen anderen Platz finden. Eine Faustformel für Accessoires: Spitze und stachelige Dinge symbolisieren dem Unterbewusstsein Distanz; weiche, runde und anschmiegsame Gegenstände Nähe und Erotik.
ER: Auch Bilder spielen eine wichtige Rolle. Aber Vorsicht, sie können zwar anregen, allerdings auch das genaue Gegenteil bewirken!

Was ist bei der Neuplanung des Schlafgemachs unbedingt zu beachten?
SIE: Entscheidend sind Farben, Licht und Möbel. Fragen Sie sich immer: Was drückt für mich Erotik aus? Für viele tun dies rote und violette Farbtöne. Auch Erdtöne und Orange können erotisch sein. Blau steht dagegen für Entspannung. Probieren Sie es aus! Tipp für Männer: Legen Sie ein oder zwei Kissen in der Lieblingsfarbe Ihrer Partnerin auf das Bett. Beim Licht raten wir immer dazu, auf grelle 100-Watt-Lampen zu verzichten. Wesentlich besser sind mehrere dimmbare Lichtquellen, die mit Schatten spielen. Das führt zu einem sehr natürlichen Licht und fördert sowohl die Entspannung als auch die Erotik. Und noch etwas sollte jedes Paar berücksichtigen: Ganz gleich, wie klein eine Wohnung ist, es sollte jederzeit eine zweite Schlafmöglichkeit vorhanden sein, und sei es eine Schlafcouch im Wohnzimmer. Wie gesagt: Getrennt schläft man besser, und wir meinen auch, dass es die Partnerschaft und das Sexleben fördert.

Was zeigt Ihre Erfahrung: Sind Männer oder Frauen bessere Inneneinrichter?
ER: Das können wir nicht sagen. Bei unserer Arbeit ist uns aber schon aufgefallen, dass Männer eher dezent und reduziert einrichten. Frauen neigen dagegen zu tuffigem Kitsch. Bei unseren Seminaren haben wir auch bemerkt, dass Frauen beim Einrichten zwar die treibende Kraft sind, aber immer mehr Männer die praktische Umsetzung übernehmen. Und das ist gut so, denn ein Liebesnest sollte möglichst beiden Partnern entsprechen.

Wer richtet bei Ihnen zu Hause ein?
ER: Wir gestalten etwa alle 3 Monate etwas in unserer Wohnung um. Entweder machen wir das zusammen oder jeweils einer übernimmt ein bestimmtes Zimmer. Wir zwei verändern uns permanent, dementsprechend verändert sich auch die Wohnung öfter. Eines unserer Schlafzimmer richte ich alleine ein. Das hat für uns beide einen Vorteil: Ich besitze einen Rückzugsort, und Carmen findet es spannend, wenn ich sie in meine männlich gestaltete Welt einlade.

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