Filmtipp "Die Tribute von Panem: Catching Fire": Rebellin aus der Casting-Show

In "Die Tribute von Panem: Catching Fire" muss sich Jennifer Lawrence wieder mit Pfeil und Bogen durch eine postapokalyptische Casting-Show kämpfen. Dabei beweist Sie echte Actionhelden-Qualitäten

Krawallkino-Altstars wie Bruce Willis und Jason Statham können langsam einpacken. Die 23-jährige Jennifer Lawrence (Silver Linings, 2013) ist auf dem besten Wege, sich als ernstzunehmende Actionheldin zu etablieren. Im zweiten Teil der Verfilmung von Suzanne Collins' "Hunger Games"-Trilogie kämpft sie sich als tapferer und tougher Teenie sehr eindrucksvoll durch die fiesen Überlebensspiele einer Casting-Show des fiktiven Terrorstaats Panem. Dabei bietet Die Tribute von Panem: Catching Fire keine stumpfen Ballerorgien mit markigen Sprüchen. Die Fortsetzung der erfolgreichen Bestseller-Verfilmung ist intelligentes Fantasy-Kino, das neben spannender Survival-Action auch noch handfeste Gesellschaftskritik im Gepäck hat. Und diese Kombination wird auch echten Kerlen gut gefallen.

Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) sind die Gewinner der Hunger Games
Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) müssen sich als Gewinner der Hunger Games feiern lassen

Darum geht’s in Die Tribute von Panem: Catching Fire: Im ersten Teil der Reihe konnte die junge Katniss Everdeen (Jennifer Lawrence) einen jährlich im TV übertragenen Gladiatorenkampf, bei dem sich Jugendliche aus unterschiedlichen Distrikten des diktatorisch geführten Unrechtsstaats gegenseitig umbringen, für sich entscheiden. Sie hatte es sogar geschafft, ihrem Mitkonkurrenten Peeta (Josh Hutcherson) mit einer fingierten Liebesgeschichte das Leben zu retten. Schon dieser kleine Regelbruch machte sie zum Symbol des Widerstands – sehr zum Missfallen des Regimes. Präsident Snow (Donald Sutherland) fürchtet einen Aufstand im Land und verordnet der Nation daher eine neue Runde der "Hunger Games". Das Ziel: Sympathieträgerin Katness endgültig loszuwerden. Dieses Mal müssen alle Sieger der letzten Jahre – auch Peeta –  in einer noch größeren Arena gegeneinander antreten.

Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) müssen erneut zu den Hunger Games antreten
Gladiatorenkampf für die Massen: Katniss (Jennifer Lawrence) und Peeta (Josh Hutcherson) treten erneut zu den grausamen Hunger Games an

Action mit medienkritischen Untertönen
Der größte Pluspunkt der Romanverfilmung: Katness ist keine strahlende Heldin aus der Retorte mit übermenschlichen Fähigkeiten. Sie stammt aus der unterdrückten armen Bevölkerung, kann zwar perfekt mit Waffen wie Pfeil und Bogen umgehen, punktet aber hauptsächlich mit Cleverness und Mitgefühl. Und Jennifer Lawrence spielt diese sympathische Rebellin, die das Unrechtssystem aus der grausamen Casting-Show heraus bekämpfen will, umwerfend glaubwürdig. Plus: Regisseur Francis Lawrence schafft es, mit der zugegebenerweise nicht sehr originellen Story immer wieder nicht sofort vorhersehbare Wege zu gehen. Das hält das Fantasy-Abenteuer bis zur letzten Minute spannend. Auch bei Effekten und Kulissen wurden keine Kosten und Mühen gescheut.

Fazit: Mit seinen geschickt eingestreuten politischen und medienkritischen Untertönen ist Die Tribute von Panem: Catching Fire ein sehr sehenswerter Action-Film, der den Zuschauer nicht für dumm verkauft. Und Jennifer Lawrence macht als Actionheldin eine wesentlich bessere Figur  als Jason Statham – schon rein optisch.

Die Tribute von Panem: Catching Fire (USA 2013)
Regie:
Francis Lawrence
Drehbuch: Simon Beaufoy, Michael Arndt, Suzanne Collins (Buchvorlage)
Darsteller: Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Liam Hemsworth, Woody Harrelson
Länge: 146 Minuten
Start: 21. November 2013

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