Ursachenforschung: Register über Herztod von Sportlern

Register für plötzlichen Herztod von Sportlern
In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod

Eine neue Online-Datenbank sammelt Fälle plötzlicher Herztode bei Sportlern. Screening soll Risiko mindern

Wenn Sportler während des Trainings einen plötzlichen Herztod erleiden, gibt es ab sofort die Möglichkeit, diese Vorfälle via Online-Datenbank dem Institut für Sport- und Präventivmedizin Saarbrücken zu melden. Sinn und Zweck des Registers: Die Mediziner wollen anhand der Daten Ursachenforschung betreiben und feststellen, ob es beispielsweise regionale Auffälligkeiten im Hinblick auf den plötzlichen Herztod gibt. Dabei spiele es keine Rolle, ob es sich um Wettkampf- oder Freizeitsportler handele.

Langfristig wollen die Mediziner ein einheitliches Screening für Wettkampfsportler erarbeiten, um deren Risiko eines plötzlichen Herztodes zu senken. In Italien wurde bereits vor 30 Jahren ein solches Programm eingeführt, das für alle Wettkampfsportler Tauglichkeitsuntersuchung, EKG und persönliche Anamnese zur Pflicht machte – mit dem Resultat, dass die Zahl der Todesfälle zurückging.

Die Datenbank steht unter der Schirmherrschaft der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie (DGK). Über einen datengeschützten Zugang haben Ärzte, Angehörige von Betroffenen, Sportler oder Trainer die Möglichkeit, plötzliche Todesfälle zu melden. Persönliche Daten der Verstorbenen werden dabei nicht erfasst.

Hintergrundinformation: In Deutschland sterben jährlich mehr als 100.000 Menschen am plötzlichen Herztod. Einige Hundert davon bei sportlicher Aktivität. In 90 Prozent der Fällen sind Männer betroffen. Ihr Risiko steigt ab dem 35. Lebensjahr kontinuierlich an.

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