Radtraining im Wohnzimmer: Rollentrainer mit Wiegetrittfunktion

Rollentrainer Kinetic Rock & Roll mit Wiegetrittfunktion
Rollentrainer von Rock & Roll Pro von Kinetic

Der Rock & Roll Pro von Kinetic verspricht eine realistische Simulation des Fahrens auf der Straße. Testcrew-Mitglied Antje Delion hat schon mal in die Pedale getreten

Testobjekt: Rollentrainer mit Wiegetrittfunktion
Produkte: Rock & Roll Pro
Hersteller: Kinetic
www.kurtkinetic.com
Preis: um 420 Euro

Produktversprechen: Das gab's bisher nur auf freistehenden Rollen: Mit dem Modell Rock & Roll Pro bringt Kinetic einen Heimtrainer mit Wiegetrittfunktion und ermöglicht so eine bisher nie dagewesene, realistische Simulation des Fahrens auf der Straße. Zudem werden so auch Muskeln, die bei herkömmlichen Trainern nicht zum Einsatz kommen, gefordert.

Kinetic Rock & Roll Pro von oben
Der Rollentrainer mit eingespanntem Rad. Von oben sind die ungewöhnlich weit ausgestellten Standbeine zu sehen

Die Montage
Die Rolle ist ein amerikanisches Produkt, leider auch die Aufbauanleitung:
nur in englisch und nicht gerade im gewohnten IKEA-Format. Zum Glück liegt auch eine Anleitung als Film auf DVD bei ­ damit ist die Vormontage kein Problem.

Der erste Eindruck
Das erste Einspannen dauert noch einmal eine halbe Stunde: Schnellspanner hinten auswechseln (meiner ist zu breit für die Aufnahme), alles einstellen bis es fest und gerade ist. Mein erster Eindruck: sieht cool aus. Der
zweite: das Rad schwebt fast zehn Zentimeter über dem Boden. Das Aufsteigen gestaltet sich entsprechend uncool.

Der Fahrtest
Ohne Klickschuhe und andere Radklamotten zu holen, klettere ich rauf. Das Gefühl ist wie auf dem Spinningbike, nur viel besser. Meine Angst umzufallen, ist unbegründet. Das Rad neigt sich nur leicht, wird dann weich abgebremst und gehalten. Toll! Und ein klarer Vorteil gegenüber dem klassischen Spinningrad oder einem herkömmlichen Rollentrainer.

Aber es ist laut. Der Hinterreifen erzeugt auf dem Schwungrad ein sirrendes Geräusch, das meinen Mann Helge ins Wohnzimmer stürzen lässt. Neugierig steigt er sofort auf. "Brauch ich nicht", lautet sein Urteil nach einigen Minuten, "ich mag das Kippeln nicht. Das gefällt mir ja gerade am
Spinningbike: Es ist fest. Aber auch eine normale Rolle wäre nix für mich, wenn ich schon Indoor fahre, dann bitte mit der Motivation durch andere Fahrer und lauter Musik." Da mein Mann 20 Zentimeter größer ist als ich, kann er leider den Vorteil des passenden Rades nicht einschätzen.

Ich demonstriere ihm noch das Ein- und Ausspannen des Rades. Und wir sind beide erstaunt, wie einfach das ist: Hebel am Rock & Roll Pro umlegen, Schwungrad mittels Flügelschraube an den Hinterreifen bringen, Vorderrad auf die Halterung stellen – fertig.

Was mit gut gefällt:

  • Fahrgefühl
  • Nach Erstmontage schneller einfacher Aufbau
  • Ich kann wie gewohnt schalten, um den Widerstand zu variieren
  • Ich fahre mein gewohntes Rad

Was mir nicht gefällt:

  • Aufbauanleitung
  • Keine Motivation durch Umgebung oder Mitfahrer

Fazit
Für jemanden, der mit Indoortraining seine Form hält, ist der Rock & Roll Pro ein gutes Tool, das Training voran zu bringen. Das Straßengefühl wird besser simuliert und der Bewegungsablauf ist natürlicher und authentischer als auf einer starren Rolle. Das Problem: Ich bin kein Biker, der gern drinnen trainiert. Draußen macht's einfach mehr Spaß. Und wenn ich schon drinnen fahre, brauche ich laute Musik, gequält grinsende Mitfahrer und anfeuernde Worte vom Trainer. Einerseits möchte ich als gearfanatische Men's-Health-Mitarbeiterin so ein tolles Ding natürlich gern besitzen. Andererseits habe ich in vier Wochen kein ganzes Training auf der Rolle absolviert.

Wiegetrittfunktion Kinetic Rock & Roll
Der Rock & Roll Pro in Aktion

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